17.2. – 28.02 : 3.2.1. – Neuseeland

Das Plätschern des kleinen Flusses neben mir wird fast durch das gleichmäßige Rauschen des Meeres überdeckt, die letzen Sonnenstrahlen bringen die rot gelben Sandsteinwände zum leuchten und lassen die sich dahinter erstreckenden Hügel in einem saftigen grün erstrahlen.
Eigentlich wollten wir nach Te Anau – gelandet sind wir an einem wunderschönen sich scheinbar endlos erstreckenden Sandstrand mit einem Steinhaufen (unseren Laienhaften Schnupper-Untersuchungen zu folge handelt es sich um einen Berg aus Vulkanstein) der sich Monkey Island nennt und unbeschreibliche Ausblicke auf das weite Meer ermöglicht.

Schon bei meinem Inlandsflug von der Nord- zur Südinsel hat mich Neuseeland in seinen Bann gezogen: Schwarze Berge, deren schneebedeckte Spitzen zwischen einem Wolkenmeer glitzern, sind das Erste was ich von der Südinsel zu sehen bekomme. Als ich nach der Landung aus dem Flugzeug klettere, bin ich so überwältigt davon, wie nah sich die Berge um den Flughafen herum aus dem Boden erheben, dass ich fast über meine eigenen Füße stolpere. Doch als ich durch die Tür zur Eingangshalle geschoben werde, verschwinden die Berge ganz schnell wieder aus meinem Kopf: Endlich kann ich meinen Flo wieder in die Arme schließen. Und im Gegensatz zu unserem Treffen in Australien wird er mich erst mal nicht mehr so schnell los, denn wir werden die nächsten 2 ½ Monate zusammen durch das Land der Kiwis reisen. (:

Viel Zeit um mich an meinen Landwechsel zu gewöhnen bleibt mir nicht, denn schon am nächsten Morgen geht es dick eingemummelt ( Ja, eine lange Hose und zwei Pullis sind nach fast 5 Monaten Hochsommer eine Menge! ) mit Flos Vater und Schwester von Queenstown aus zum Milford Sound. Und wieder komme ich aus dem Staunen nicht heraus. Wir fahren mit einem Boot durch tiefblaues Meerwasser zwischen steil aufragenden Bergen hindurch so nahe an Wasserfälle heran, dass wir nass werden und ich bekomme meine ersten freilebenden und wirklich ganz echten Seelöwen zu sehen.

Die nächsten Tage in Queenstown verbingen wir damit unser erstandenes Auto auszurüsten, was hauptsächlich Hin- und Hergefahre bedeutet, da Queenstown zwar eine wunderschöne Stadt ist, es aber an Baumärkten und fachkundiger Beratung ( das eine Säge möglicherweise sägt, da es ja eine Säge ist, haben wir uns schon fast schon gedacht(: ) leider mangelt. Die Zeit, die wir nicht auf der Jagd nach Holzbrettern, Gaskatuschen oder Matratzen verbringen, nutzt Flo für den Bau unseres Bettes und ich für ein neues Design für unser Fahrzeug. (Der ganze Campingplatz scheint Wetten über meine künstlerischen Fähigkeiten abzuschließen, zumindest lassen die neugierigen Blicke und die positiv überraschten Reaktionen über das Endergebnis darauf schließen)
Nach 5 Tagen werkeln, fahren, malen, Geld ausgeben, zu vielen Pausen bei Mc Donalds (sag das bloß nicht meinem Papa) morgendlichen Kälteschocks im wunderschönen Gletschersee neben unserem Campingplatz und dem besten Burger aller Zeiten zusammen mit den Kevins, geht es weiter Richtung Süden.

In Colac Bay schlafen wir das erste Mal direkt am Meer und können uns am nächsten Morgen nicht an der aufgehenden Sonne satt sehen, die den Steinstrand in goldenes Licht taucht – bis wir plötzlich von einem riesigen Schwarm Sandflies zur überstürzten Flucht gezwungen werden.

Weiter geht es Richtung Invercargill, wo wir hoffen endlich unser 80-cm-Matratzen-Problem lösen zu können. Nachdem wir nach stundenlanger Suche in Hardwarestores, Campingläden und Opp Shops in einen Stapel Liegestuhlmatten im Sonderangebot laufen, kehren wir total erschöpft mit unserer Beute zurück und polstern erstmal unseren Kofferraum aus.
Da sich die, so simpel klingende, Aufgabe, ein als Schlafunterlage geeignetes Material zu finden, als fast unlösbar heraus gestellt hat, beschließen wir eine Nacht auf einem kleinen Campingplatz in Invercargill zu verbringen. Nach dem Luxus einer heißen Dusche klettern wir in unser neues Bett und können den Komfort den unser Auto mittlerweile erreicht hat, fast nicht fassen. (Wir haben sogar eine kleine Deckenlampe über dem Bett!!)
Unser nächster Stopp ist Bluff, eine winzige Stadt, die aber der südlichste Punkt von Neuseeland ist und mit ihrem berühmten Wegweiser bekannt geworden ist. Einen Besuch ist unbedingt auch die sprechende Toilette wert, die einen freundlich darauf hinweist, wie lange man noch Zeit hat, bevor sich die Tür automatisch wieder öffnet um die Öffentlichkeit an den Geschäften teilhaben zu lassen.
Vor allem nachts wird es doch immer frösteliger und die von innen beschlagenen Autoscheiben nähern sich schon fast der Frostgrenze, deswegen ist unser Plan über Te Anau und Queenstown dem hoffentlich wärmeren Wetter Richtung Norden entgegen zu fahren. Doch als zwischen endlosen Hügeln und Schaafherden plötzlich ein Wegweiser zu Monkey Island auftaucht, fahren wir nicht zum ersten Mal von der Hauptstrasse ab…

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2 Gedanken zu „17.2. – 28.02 : 3.2.1. – Neuseeland“

  1. Liebe Julia
    Deine herrlichen Bilder bringen richtig Sonne in unsere grauen Wintertage.
    Ein Kunstauto oder Autokunst, es sieht toll aus. Gratulation der Künstlerin!
    Wir wünschen Dir weiterhin eine wunderbare Zeit und Grüssen herzlich
    Barbara und Fernando

  2. Hallo Ihr zwei Weltenwandler
    Eure voll Leben sprühemde Karte ist angekommen.
    Hat uns sehr gefreut, vielen Dank.
    Herzlichst, Barbara und Fernando

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