12.11.12 bei den grauen Riesen

Mein Wecker klingelt viel zu früh und ich will mich gerade nochmal umdrehen, als mir wieder einfällt warum ich mich dazu entschieden habe an meinem freien Tag freiwillig auf das Ausschlafen zu verzichten. Also ab unter die Dusche, das übliche Müsli auf dem Dach unseres Volunteer Hauses und dann werde ich auch schon mit den anderen Frühaufstehern aus meiner Gruppe von einem Pickup aufgesammelt. Nach einer Stunde Fahrt wird die Straße immer schlechter, bis wir uns schließlich auf einem Weg aus festgefahrener Erde immer weiter den dicht bewachsenen Berg herauf schlängeln. Der Pickup holpert den steiler werdenden Weg entlang und wir werden auf der Ladefläche ganz schön durchgerüttelt. Ein weiterer Holperer und plötzlich fliegen 2 der Fenster aus ihrer Befestigung. Nachdem unser Guide Paul ( ob unser thailändischer Führer westliche Wurzeln hat, oder ob er den Namen nur für die Touristen angenommen hat, werden wir wohl nie erfahren ) den Wagen nach einigem Rumgerutsche zum stehen gebracht hat und die Fenster wieder eingesammelt hat, steigt er mit einem Grinsen und dem Kommentar „das ist thailändische Qualität“ wieder ins Auto und die Rutschpartie geht weiter, bis uns plötzlich etwas großes Graues den Weg versperrt.
Noch bevor wir vom Pickup klettern können, machen sich zwei unserer Begleiter für den Tag schon am Dach des Autos zu schaffen: die Elefanten versuchen die Säcke mit Bananen vom Auto zu zerren oder zumindest ein oder zwei Stücke für sich zu ergattern. Während mehrere Mahouts mit den Elefanten um die Bananen kämpfen, haben wir Zeit uns umzusehen: Wir stehen auf einer Lichtung zwischen wunderschönen Baumriesen mitten im Jungle. Vor uns schlängelt sich ein Fluss durch das Grün und wir sind umringt von Elefanten. Ganz schön groß, diese Tiere. Und als ich das erste Mal im Leben einen Elefant anfassen kann, bin ich überrascht über die feste, raue Haut. Wir fangen die Bananensäcke auf, die uns zugeworfen werden und bevor ich das süße Elefantenbaby bewundern kann, das auf mich zutapst, kämpfe ich auch schon mit ihm um meine Bananen, die es am liebsten mitsamt Plastiksack verschlingen will.
Nach 10 minütiger Bananenschlepperei erreichen wir das Elefantencamp und eine kurze Einweisung später sitzen wir auch schon jeweils zu zweit auf einem der grauen Riesen und reiten durch den Jungle. Die Luft ist so frisch wie bei uns in den Bergen und die Temperatur ist seid langem mal wieder sehr angenehm. Um uns herum fliegen knallgelbe Schmetterlinge und alles was man hört sind die schweren Schritte der Elefanten und das Plätschern eines Wasserfalls, zu dem wir von den Mahouts gelotst werden. Nach dem wir unter dem kleinen Wasserfall mit den Elefanten planschen und schwimmen konnten, müssen wir auch schon wieder zurück reiten und uns schwermütig von den wunderschönen und gutmütigen Tieren verabschieden. Viele der Tiere mussten früher zu viel arbeiten und können sich in diesem Elefantencamp jetzt erholen, deswegen dürfen pro Tag nur 2 Gruppen das Camp besuchen.

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3 Gedanken zu „12.11.12 bei den grauen Riesen“

  1. Hallo Julia,
    vielleicht hätte ich ja während der abenteuerlichen Rutschpartie etwas Angst gehabt, aber mitgemacht hätte ich diesen Ausflug auch gern. Das Foto ist zauberhaft. Hat sich der Elefant anschliessend nicht in einen Prinzen verwandelt?
    Liebe Grüsse
    Brigitte

  2. Hallo Julia,

    so wie du einen glücklichen Tag bei und mit den Elefanten erleben konntest, so fühlen sich sicher auch eure Kinder, wenn ihr Betreuer sie mit einem tollen Picknick überrascht habt. Eine tolle Leistung. Habt weiterhin schöne Tage zusammen. Wir freuen uns schon
    auf deine nächste lustige Geschichte.

    Liebe Grüße von Opa und Oma

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