17. – 19.11.2012 von heißen Quellen und Thailands täglichem Wahnsinn

Mit 90 Eiern, 10 Kilo Sticky Rice und 6 Flaschen Sirup beladen, machen wir uns heute auf den Weg zu den Kindern im Childrens Home. Wie jeden morgen werden wir begeistert von den Kindern begrüßt und die Mädchen erzählen mir die neuesten Geschichten ( die ich leider immer noch erraten muss, denn obwohl ich jetzt tatsächlich schon 6 Wochen in Thailand bin gehen meine Thaikünste immer noch nicht weit über Hallo, Danke und „ich spreche ein bisschen Thai“ hinaus. )
Doch heute ist ein besonderer Tag für die Kinder und so sitzen wir wenige Minuten später ( die Kinder tragen alle ihre „guten Klamotten“ und ihre neuen Schuhe) in den Pickups des Hauses und holpern staubige Straßen entlang zu den Hot Springs.
Mir ist schon die Luft zwischen den zischenden und kochenden Fontänen zu heiß und so beaufsichtige ich das Kochen unserer mitgebrachten Eier, die wir in kleinen geflochtenen Körbchen in die 105 grad heißen Quellen hängen, während sich die Kinder voller Freude in die über 60 grad heißen Planschbecken stürzen. Rot von der Hitze des Wassers aber überglücklich versammeln sich die 25 Kinder nach einem ausgiebigen Bad schließlich mit uns auf den Picknickdecken. Doch heute hält die gefräßige Stille beim Essen nicht solange an wie sonst und so ziehen wir schon bald weiter auf eine der Wiesen und die Kinder verausgaben sich beim anschließenden Sackhüpfen, Volleyball spielen und Turnen auf dem Spielplatz so sehr, dass die Meisten auf der holprigen Rückfahrt ihr Augen nicht offen halten können und aneinander gekuschelt einschlafen…

P.S. Immer wenn ich denke mich an das Leben in Thailand gewöhnt zu haben, kommt irgendwas um die Ecke das noch schräger ist, als alles was ich hier schon erlebt habe: Wenn ich bemerke, dass ich es schon nicht mehr verwundernswert finde, dass an einer Straßenecke ein Polizist mit seiner Gitarre steht und Liebeslieder singt, versammeln sich im nächsten Moment über 100 Polizisten vor dem Thapae Gate, während die Blaulichter ihrer Motorroller zu seltsamer Musik blinken und ein riesiger Bär in Polizeiuniform für Fotos posiert. Nachdem ich die Lautsprecheransagen von vorbeifahrenden Autos, die möglicherweise mit ihren lautstarken Sprüchen Werbung für die nächsten Boxkämpfe machen ( oder für eine neue Klopapiermarke, die Thais scheinen alles mit der gleichen Begeisterung zu bewerben ) schon fast nicht mehr wahrnehme, müssen wir, um ins Multiplex-Kino zu kommen, durch Tiefgaragen und Lieferanteneingänge laufen und zwischen Werbung für Reiswürstchen und dem Beginn des neuen James Bonds erheben wir uns zur National Hymne.

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2 Gedanken zu „17. – 19.11.2012 von heißen Quellen und Thailands täglichem Wahnsinn“

  1. Hallo Julia
    Wenn ich so aus dem Fenster schaue in den Regen und dann wieder auf den PC mit deinen Reiseberichten und Bildern und dann wieder in den Regen und dann wieder auf den PC und dann auf einmal Schneeflocken draussen vorbei rieseln sehe, dann merke ich, wie sich meine Gedanken auch auf eine Weltreise begeben haben. Wünsche dir weiter tolle, reale Erfahrungen und Erlebnisse.
    Herzliche Grüsse
    Frichtle Fridolin

  2. Hallo liebes Julilein!
    Das hört sich ja toll an, was du da so in Thailand machst.
    Weiterhin viel Spaß & tolle Erfahrungen wünschen wir dir!

    Liebe Grüße und vielleicht bis bald,
    Deine Kevins

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