2.12. – 6.12.2012 Wiedersehen in Sydney

Als unser Flugzeug mit Verspätung endlich im Flughafen von Sydney landet und sich alle erleichtert aus der viel zu kalten Kabine schieben wollen, kommt eine Durchsage, dass sich eine kranke Person an Board befindet und das Gesundheitsteam den Fall erst untersuchen muss, bevor die Maschine verlassen werden kann. Nicht besonders scharf auf eine Gruppen Quarantäne lasse ich mich wieder neben meinen Tomatensaft und Vodka trinkenden Sitznachbar fallen und stelle enttäuscht fest, dass die Kabinencrew unsere Decken bereits eingesammelt hat.
2 Stunden später als geplant werde ich im Flughafen erst mal von Verbotsschildern und großen Mülleimern begrüßt, bei denen ich mich von meinen, mit den letzten Thai Bhat gekauften, 10€- M&Ms verabschieden muss.
Nach einer Pass-,Visa-,und Gepäcküberprüfung, die so oberflächlich ausfällt, dass ich meinen weggeschmissenen M&Ms hinterher trauere, kann ich endlich Jehan begrüßen, die trotz Verspätung, Verzögerung durch Unwetter und Krankenheit am Eingang zur Empfangshalle auf mich wartet. Ich bin so müde und es gibt so viel zu erzählen, dass ich so gut wie nichts von unserem Weg vom Flughafen mitbekomme. Die Anzahl der Asiaten hat deutlich abgenommen, in den Bussen und Zügen bücke ich mich umsonst, die Luft ist besser und überall wird über BBQ, Surfen oder Strände gesprochen. An der nächsten Bushaltestelle warten 2 Surfer mitsamt Brettern und im Wetsuit mit uns auf den Bus, aber das ich nicht mehr in Thailand sondern in Australien bin, realisiere ich das erste Mal, als ich es nicht schaffe eine normale Cola-Dose zu öffnen.
Nachdem wir in unser Zimmer für die nächsten Wochen, in einem blauen Haus mit weißem Zaun und einem Haufen lustiger Mitbewohner, eingezogen sind, fordert der Jetlag erst mal seinen Tribut und ich falle total erschöpft ins Bett.

In den nächsten Tagen ist es zwar immer noch ziemlich windig und für mich kalt, aber zumindest hat sich die Sonne ihren Weg durch die Wolken gebahnt und der Himmel strahlt in einem leuchtenden Blau. Das Meer ist tief dunkelblau und hebt sich wunderschön gegen den Himmel und den hellen Sandstrand ab und von der Manly-Ferry aus kann ich einen Postkarten-Ausblick auf die Harbour Bridge und das Opera House genießen. Sehr erfolgreich eröffnen wir ein australisches Konto für mich, stauben in einem Hostel einen deutschen Lonely Planet über Australien ab und laufen genau in dem Moment an einem Starbucks vorbei, als dort gratis Gebäckstücke und Weihnachtsgetränke verteilt werden. Mit kiloweise Informationsmaterial beladen machen wir uns auf den Weg zurück zum Hafen und verteidigen unser Eis, das wir uns durch den Reiseführerfund verdient haben, gegen komische große Vögel mit langen Schnäbeln und kahlen Hinterköpfen.

20121214-082719.jpg

Ein Gedanke zu „2.12. – 6.12.2012 Wiedersehen in Sydney“

  1. Hallo Julia,
    „Never a dull moment, surprises are waiting everywhere.“ Stimmt’s? Und selbst, wenn die surprises mal nicht ganz so gut sind (Warten im kalten Flugzeug), die Berichte darüber sind es für Eure virtuellen Begleiter allemal.
    Habe gerade im Radio gehört, dass Sydney auf einen bestimmten Einwohner verzichten muss. Er ist mit einer Touristin nach München gezogen, und dort haben die Beiden eine Konditorei für cup cakes eröffnet. Ein Fest ohne diese Köstlichkeiten können sich anscheinend schon viele nicht mehr vorstellen…
    Liebe Grüsse, auch an Deine Freundin Jehan,
    Brigitte

Kommentar verfassen