6. – 11.11.2012 Nimit Asia

Wahnsinnig wie schnell die Zeit vergeht… Meine erste Woche mit den Kindern im Children Home „Nimit Asia“ ist schon vorbei, und ich habe jetzt schon das Gefühl, dass mir viel zu wenig Zeit mit ihnen bleibt.
In der Einrichtung wohnen auf 2 Häuser verteilt über 50 Kinder aus den Hill Tribes von Thailand. Die 4 – 17. jährigen Mädchen und Jungen bekommen hier, weit weg von ihren Eltern, die Möglichkeit zur Schule zu gehen. Die Kinder sind glücklich und sehr offen und ich arbeite sehr gerne mit ihnen zusammen. Jedes Mal wenn wir nach dem Abendessen in den Pickup des Hausvaters einsteigen um nicht zu spät zum letzten Yellow Cap in die Stadt zu kommen, habe ich das Gefühl, dass die Kinder mir viel mehr geben, als ich ihnen geben kann.
Wir Freiwilligen unterstützen die Eltern des Hauses, indem wir uns mit den Kindern beschäftigen, bei Hausaufgaben helfen und dazu beitragen, dass sie trotz der schwierigen Umstände schöne Momente erleben können. Die Kinder sind so dankbar für das bisschen Aufmerksamkeit und die Liebe, die wir ihnen geben können, das ich jedes mal, wenn wir nach zahllosen Umarmungen und Versprechungen am nächsten Tag wieder zu kommen, richtig traurig bin, dass ich in 3 Wochen wieder gehen muss und die Kinder einen weiteren Abschied vor sich haben, wie jedes Mal, wenn die Freiwilligen wechseln.

Das Haus ist sehr arm und die Kinder leben unter einfachsten Verhältnissen. „Nimit Asia“ wird nur durch Sponsorengelder, beispielsweise von Kirchen, unterstützt und bekommt keine staatliche Hilfe. Sollten die Sponsoren abspringen, würde den Hauseltern nicht einmal genug Geld für das Essen der Kinder bleiben. Die 10 Mädchen und 15 Jungs in dem Haus in dem ich arbeite, teilen sich jeweils einen Schlafraum, die Dusche und die wenige Kleidung. Privatsphäre kennen die Kinder quasi gar nicht. Deswegen haben wir uns auf die Suche nach Kartons gemacht und nach zahllosen fehlgeschlagenen Kommunikationsversuchen mit wenigen Thaiwörtern und Händen und Füßen tatsächlich 25 Kisten zusammen bekommen. Die Anmal-Aktion gestern war ein voller Erfolg. Viele der Kinder sind nicht nur sehr kreativ sondern auch richtig begabte Zeichner und so hatten wir am Ende nicht nur eine riesen Farbsauerei sondern auch richtig tolle Ergebnisse. Die Kinder waren begeistert und haben jetzt zumindest einen kleinsten Raum für ihre wenigen eigenen Dinge.

Letzte Woche haben wir uns mit Farbe und Malerzubehör bewaffnet auf den Weg gemacht und einem zukünftigen Krankenzimmer einen Anstrich verpasst, so dass es bald genutzt werden kann. Aber aufgrund der Verständigungsprobleme wurde selbst so etwas simples wie das Streichen eines Raumes zu einem kleinen Kampf. Das Ergebnis ist ein Raum, der nicht nur von allen Wänden sondern auch von der Decke gelb leuchtet und die Einsicht, das wir nicht alles ändern können.
(zum Beispiel die Tatsache, dass der letzte Tropfen Farbe genutzt wird, auch wenn das bedeutet, dass eine bereits frisch gestrichene Wand in einem Rosa gefliesten Bad gelb übermalt wird, anstatt die Farbe für andere Räume aufzubewahren)
Außer Schuhen und Kleidung fehlt es den Kindern an einigen Dingen und ich möchte versuchen mindestens ein bisschen zu helfen und herauszufinden, was wirklich dringend benötigt wird. So ist zum Beispiel die Waschmaschine kaputt gegangen und die Hausmutter muss die Kleidung der Kinder von Hand waschen. Das braucht sehr viel Zeit und Aufwand, aber die Hauseltern können sich die Reparaturkosten von 3000 Bath ( 75€ ) nicht leisten, da ihr monatliches Einkommen nur bei 5000 Bath liegt.
Vor allem versuche ich aber den Kindern ein bisschen Abwechslung zu bieten und freue mich sehr auf Dienstag, denn dann starten wir ein Zirkusprojekt und schaffen es hoffentlich bis nächsten Samstag mit den Kindern eine kleine Show vorzubereiten, die wir dann dem anderen Haus vorführen können.

Das Children Home liegt nahe an einem See und es ist das größte für die Kinder, wenn sie sich ein bisschen Fischfutter kaufen können, und beobachten wie die riesigen Fische aus den Wasser springen und um das Futter kämpfen. Nachdem ich die Begeisterung der Kinder bei dem Ausflug zu dem kleinen See 5 Minuten von ihren Häusern entfernt gesehen habe, würde ich ihnen sehr gerne einen lang ersehnten Wunsch erfüllen und einen Ausflug zu dem Zoo in Chiang Mai organisieren. Mithilfe großzügiger Spenden ( Hier schon einmal großes Dankeschön an alle, die mich dabei unterstützen den Alltag der Kinder und der Hauseltern etwas zu vereinfachen !!!) wird es mir neben den wichtigsten Dingen wir der Reparatur der Waschmaschine und Schuhen für die Kinder vielleicht sogar wirklich gelingen den Zoo-Tag zu verwirklichen.

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Ein Gedanke zu „6. – 11.11.2012 Nimit Asia“

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