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02.05. – 10.05.2013 Kaua’i

Wieder zurück am Flughafen von Honolulu, freuen wir uns über die Selbst-check-in-Schalter für unseren Flug nach Kaua’i, die uns das lange Anstehen an Schaltern abnehmen. Doch plötzlich ist gar nicht klar, ob wir heute überhaupt fliegen können: Laut Automat sind Flo und ich verheiratet. Das ist eigentlich schon seltsam genug, aber Flo hat gleich auch noch meinen Nachnamen angenommen – und das ist eindeutig ein Problem, denn für eine Passänderung bleibt keine Zeit mehr. Statt also eine Eilhochzeit am Flughafen vorzunehmen, diskutieren wir mit zwei Flughafenangestellten, bis uns schließlich eine nette Dame im Blümchenhemd unsere Boardingpässe mit korrekten Namen ausstellt. Na geht doch.
Erleichtert fallen wir in unsere Sitze und schnallen uns an – und keine viertel Stunde später setzt das Flugzeug auch schon zum Landeanflug auf Lihue an. Das ist mit nur 30 Minuten Gesamtflugzeit eindeutig ein neuer Kurzfliegerekord für mich.

An einem Reformhaus, mit lokaler Milch aus Kalifornien, werden wir von einer quirligen Engländerin abgeholt, die vor 10 Jahren auf der hawaiianischen Insel hängen geblieben ist und fließend deutsch spricht. In ihrem Jeep holpern wir an gigantischen amerikanischen Pickups vorbei (die teilweise einfach irgendwo wortwörtlich mitten im Gebüsch geparkt wurden) zu ihrer Ferienwohnung, in der wir unsere nächsten 4 Wochen verbringen werden. In den nächsten Tagen genießen wir es in unserem kleinen Garten mit knallpinken Blüten und beindruckenden krabeligen Mitbewohnern zu frühstücken, ( auch wenn die einzige hier erhältliche „Brotsorte“ mich alles zurück nehmen lässt, was ich über labriges toast-artiges Brot in Neuseeland und Australien gesagt habe) lassen uns erst mächtig von den Lebensmittelpreisen schocken, um uns dann über die für uns unverständlich hohen Rabatte zu freuen, die man bekommt, wenn man den letzten Kassenzettel aufbewahrt und erstehen super günstig ein super cooles Fahrrad ohne Gänge, mit dem wir das von der Vermieterin ergänzen.

Abends schlendern wir über das Straßenfest von Kapaa, der kleinen Stadt in der wir wohnen. Die ganze Stadt scheint auf den Beinen zu sein und die Leute tanzen ausgelassen zur Musik der vielen kleinen Bands, die über die Straßen verteilt sind. Es riecht nach Blüten und gebratenem Hühnchen und ich bewundere die feinen Armbänder und Ketten aus Muscheln und geschliffenem Glas, die an kleinen Tischen verkauft werden. Die Künstler der Stadt haben ihre Ateliers geöffnet und wir bestaunen, wie ein Mann Glas zu Pfeifen und Kugeln bläst und Holz so dünn verarbeitet wird, dass es biegsam genug wird, um daraus Gürtel herzustellen. In einem kleinen Laden mit hawaiianischen Trommeln kaufen wir uns eine Portion shaved ice und ich bin sofort total begeistert: in einen großen blütenförmigen Becher kommt eine Kugel Macademia-Eis und darüber werden von einem großen Eisblock abgehobeltes Splitter geschichtet, welches in Mango-, Passion Fruit- und Guavensirup getränkt wird. Ganz zum Schluss bekommt der Eisbecher noch ein Snowcap. Wir sind uns nicht so sicher was das ist, aber auf jeden Fall schmeckt es einfach umwerfend gut. Das Eis ist erfrischend und fruchtig und gleichzeitig cremig und nussig.

Am nächsten morgen erfahren wir, dass wir tatsächlich für die nächsten 3 Wochen den Jeep von Eve mieten können und so motiviert machen wir uns gleich auf, um die Insel ein bisschen zu erforschen. Flo ist ganz entsetzt über die Geschwindigkeitsbegrenzungen der Amerikaner ( 80 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit auf dem Highway ) aber ich bewundere einfach die Natur um uns herum, während im Radio ( wenn wir denn mal das Signal einer der beiden Sender erwischen ) ein Mix aus uns bekannten und hawaiianischen Songs gespielt wird. Am Straßenrand wachsen Bäume mit Blüten in allen Regenbogenfarben, das Gras geht von einem saftigen dunkelgrün in ein helles neongrün über und immer wieder begegnen uns kleine knallrote Vögel und schwarze Hühnerküken. Immer wieder wachsen Palmen direkt neben der Straße und plötzlich fahren wir durch eine dichte Allee aus mächtigen Baumen, deren Äste und dunkelgrüne Blätter sich zu einem Dach verflechten.
Bald sind wir in Poipu angekommen, wo wir uns das Spouting Horn anschauen, ein großer Felsen im Meer, der ein Loch hat, durch das bei Wellengang das Wasser zu einer meterhohen Fontäne gedrückt wird. Leider sind heute so gut wie keine Wellen zu sehen und so bleibt die Fontäne relativ klein, aber es lässt sich leicht erahnen, wie es hier bei großen Wellen zugehen muss. Anschließend kühlen wir uns ein bisschen im Meer ab und entdecken sogar ein paar bunte Fische im Wasser.

Neugierig, was sich noch alles im Meer verbirgt, fahren wir am nächsten Tag in den Norden zum Makua Tunnels Beach, der als einer der besten Schnorchelplätze der Insel gilt. Nach einer etwas lästigen Jagd nach offenen Surfläden und Schnorchelausrüstung, die uns über 7 einspurige Brücken wieder bis nach Hanalei zurück führt und dem Zurückerobern eines Parkplatzes, werden wir durch eine faszinierende Wasserwelt belohnt. Es scheint fast so, als ob die Fische versuchen würden sich gegenseitig mit Farben und Mustern zu übertrumpfen: Hellgelbe Streifen, knallbunte Tupfen, kleine Punkte und tiefrote Flecken schwirren um uns herum. Von winzigen schwarz-weißen, bis Tennisschläger-großen, wasserblauen Fischen ist alles vertreten. Sonnenstrahlen sickern durch das Wasser und lassen es leuchten, während die Fische sich gegenseitig über den sandigen Grund jagen.
Mittags fahren wir zu einem kleinen Wochenmarkt in Kapaa, bei dem frisches Gemüse, uns unbekanntes buntes Obst und Blumen verkauft werden und gönnen uns bei einem der Stände eine gefrorene, in Bitterschokolade getauchte Banane mit Kokosnussflocken.

Der nächste Ausflug geht in den Westen nach Port Allen, an großen Tanks vorbei über eine Schotterpiste bis zum Glass Beach. Zunächst wirkt der kleine Strand relativ unspektakulär, doch als wir ans Wasser laufen, sehen wir die kleinen vom Meer rund geschliffenen Glasscherben, die das ganze Ufer bedecken. Eine Welle spült über die Glaskiesel und die Sonne bringt den Strand zum funkeln. Ab und zu blitzt ein grüner oder blauer Splitter zwischen dem braun und weiß des „Meerglases“, welches durch eine ehemalige Altglasdeponie hier her gelangte, hervor.

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30.04. – 02.05. 2013 Auckland – Fidji – Oahu

Am Flughafen in Fidji angekommen, ist das Erste, was ich in Jeans und Fliespulli bemerke, die enorme Hitze, die mir entgegenschlägt, als wir alle nach einander aus dem Flugzeug klettern. Da ich eigentlich nur auf einen Anschlussflug warte, stelle ich mich in die Schlange vor dem Transitschalter – Der unbesetzt ist. Es ist warm und stickig, die Schlange wird immer länger und nichts tut sich. Nach dem ich mich mit einem aufgebrachten Rentnerehepaar unterhalten habe, das kurz davor ist den nächsten Flug zu verpassen, beschliesse ich kurzerhand, mich einfach in der Schlange zum Zoll anzustellen. Da der Flug nach Honolulu erst am späten Abend geht, bleibt genug Zeit, um den irgendwo am Flughafen wartenden Flo zu finden. Immerhin sitzen wir für die nächste Flugetappe in der selben Maschine. Auch wenn ich darauf hingewiesen werde, dass die „Einreise“ nach Fidji mein eingechecktes Gepäck automatisch auschecken wird und sich dadurch das Ganze etwas verkomplizieren wird, erweist es sich doch als die richtige Entscheidung, als mir ein netter Flugzeugmitarbeiter in langem Rock versichert, dass er sich persönlich darum kümmern wird, dass mein Gepäck doch durchgecheckt bleibt, während im Hintergrund 3 ältere Männer auf Ukulelen spielen und ich Flo in der kleinen Arival-Halle entdecke.

Um 24 Uhr geht unser Flug nach Honolulu und als wir nach knapp 4 Stunden zu einem technischen Stopp auf Christmas Island landen, habe ich das Gefühl kein Auge zugetan zu haben. Durch die Zeitverschiebung ist es schon hell, als wir mit unserem Handgepäck aus der Maschine steigen und eine Stunde an einer kleinen Hütte warten müssen, während das Flugzeug betankt wird. Um uns herum gibt es nichts außer Palmen und der schmalen Landebahn und wir sind froh, als wir auf einem etwas fadenscheinigen Zettel abgehakt werden und wieder in das Flugzeug steigen, um noch ein bisschen zu schlafen.

In Honolulu angekommen, müssen wir uns als erstes wieder an einer der langen Schlangen für Ausländer anstellen. Jetzt kommt sie also, die gefürchtete Einreise in die USA. Außer der Wartezeit entpuppt sich diese aber als absolut harmlos: Mir werden alle Fingerabdrücke abgenommen, ein Foto wird gemacht und einen schöner Aufenthalt gewünscht und schon bin ich durch. Die Sonne scheint, der Himmel ist strahlend blau und alle Flugzeugmitarbeiter und der Busfahrer, der uns zu unserem Hostel bringt, tragen Hawaiihemden.

Unsere 2 Tage auf Oahu verbringen wir in einem kleinen Hostel, das strickt nach Männlein und Weiblein getrennt ist. Für meine female „Abteilung“ gibt es einen besonderen Türcode und alle Betten der 4 Schlafsäle sind rosa bezogen. Sogar der Rahmen des Spiegels und die Seife im Badezimmer sind rosa. Flo findet seine in blau gehaltene Abteilung auch etwas seltsam und so machen wir uns erst mal auf den Weg nach Waikiki.

Waikiki Beach strahlt auf seine eigene Art eine faszinierende Atmosphäre aus.  Longboards in allen Farben bilden eine Gasse zu dem hellblau schimmerten Meer. Am weißen Sandstrand entlang versuchen sich die Luxushotels in Größe und Pracht zu übertrumpfen und irgendwo zwischen den reichen Touristen spielt jemand Gitarre. Ich kaufe einem hawaiianischen Mädchen eine Blumenkette aus echten duftenden Blüten ab und im weichen Sand sitzend beobachten wir die Menschen um uns herum. Ein kleiner Junge schreit vor Vergnügen, als er zusammen mit seinem Dad eine Welle entlang surft, ein Mann mit Metalldetektor stapft zwischen den eng aneinander liegenden Handtüchern umher und gedämpft hört man die Geräusche der kleinen Strandbar hinter uns, während der rote Schein der langsam untergehenden Sonne sich in den Fensterfronten der Hotels und in den brechenden Wellen verfängt.
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