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9.12 – 13.12.2012 Manly

Nach einer Woche in Manly, Sydney, habe ich mich immer noch nicht ganz an die offene Art der Australier gewöhnt. Wenn man in ein Geschäft geht wird man mit „Hey, how are you today?“ begrüßt und als wir in eine Bar kommen, wird uns schon nach den ersten 5 Minuten einfach mal so ein Drink ausgegeben. Gut für uns, denn die Preise hier sind genauso überwältigend wie die Freundlichkeit der Australier. Obwohl wir deswegen noch keinen Cent für Getränke ausgeben mussten, schlägt Ausgehen hier mit den NightClub-Eintritten von 30 Aus$ und aufwärts ganz schön in unser Budget. Aber dafür sparen wir durch die Einladungen zu den typisch australischen BBQs wieder Geld für Essen ein.
Das Australier BBQ süchtig sind, ist keinesfalls ein Klischee. Hier wird immer und überall gegrillt und dazu fließt reichlich Bier. An den meisten Stränden gibt es Public-Barbecues, bei denen man sein Fleisch einfach zu den restlichen Fleischbergen auf den Grills legen kann. Letzte Woche wurde ich mit unseren Mitbewohnern aus dem blauen Haus zu einem BBQ von Freunden von Freunden von unseren Vermietern eingeladen. Obwohl wir niemanden kannten, hatten wir schneller als wir schauen konnten einen Teller mit Hühnchen und Steaks und eine Flasche Bier in der Hand und waren in ein Gespräch mit der Freundin des Freundes von irgendjemanden vertieft. Ganz schön verrückt, aber ein tolles Gefühl einfach sofort und ohne irgendwelche Fragen angenommen zu werden.
Neben BBQ ist Surfen hier das Thema Nummer 1 und so wage auch ich mich schließlich das erste Mal mit einem Board ohne Segel ins Wasser. Meine ersten Surfversuche laufen inklusive Board gegen den Kopf und unzähligen verschluckten Litern Salzwasser eher mittel bis überhaupt nicht gut, doch nachdem ich mich von der Überraschung, dass eine Welle mich nach stundenlangem Paddeln tatsächlich mitnimmt, erholt habe und ich (im liegen, ans Aufstehen habe ich in dem Moment auf dem wackeligen Board gar nicht gedacht) bis zum Strand düse, weiß ich, dass ich unbedingt nochmal aufs Wasser muss. (:

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2.12. – 6.12.2012 Wiedersehen in Sydney

Als unser Flugzeug mit Verspätung endlich im Flughafen von Sydney landet und sich alle erleichtert aus der viel zu kalten Kabine schieben wollen, kommt eine Durchsage, dass sich eine kranke Person an Board befindet und das Gesundheitsteam den Fall erst untersuchen muss, bevor die Maschine verlassen werden kann. Nicht besonders scharf auf eine Gruppen Quarantäne lasse ich mich wieder neben meinen Tomatensaft und Vodka trinkenden Sitznachbar fallen und stelle enttäuscht fest, dass die Kabinencrew unsere Decken bereits eingesammelt hat.
2 Stunden später als geplant werde ich im Flughafen erst mal von Verbotsschildern und großen Mülleimern begrüßt, bei denen ich mich von meinen, mit den letzten Thai Bhat gekauften, 10€- M&Ms verabschieden muss.
Nach einer Pass-,Visa-,und Gepäcküberprüfung, die so oberflächlich ausfällt, dass ich meinen weggeschmissenen M&Ms hinterher trauere, kann ich endlich Jehan begrüßen, die trotz Verspätung, Verzögerung durch Unwetter und Krankenheit am Eingang zur Empfangshalle auf mich wartet. Ich bin so müde und es gibt so viel zu erzählen, dass ich so gut wie nichts von unserem Weg vom Flughafen mitbekomme. Die Anzahl der Asiaten hat deutlich abgenommen, in den Bussen und Zügen bücke ich mich umsonst, die Luft ist besser und überall wird über BBQ, Surfen oder Strände gesprochen. An der nächsten Bushaltestelle warten 2 Surfer mitsamt Brettern und im Wetsuit mit uns auf den Bus, aber das ich nicht mehr in Thailand sondern in Australien bin, realisiere ich das erste Mal, als ich es nicht schaffe eine normale Cola-Dose zu öffnen.
Nachdem wir in unser Zimmer für die nächsten Wochen, in einem blauen Haus mit weißem Zaun und einem Haufen lustiger Mitbewohner, eingezogen sind, fordert der Jetlag erst mal seinen Tribut und ich falle total erschöpft ins Bett.

In den nächsten Tagen ist es zwar immer noch ziemlich windig und für mich kalt, aber zumindest hat sich die Sonne ihren Weg durch die Wolken gebahnt und der Himmel strahlt in einem leuchtenden Blau. Das Meer ist tief dunkelblau und hebt sich wunderschön gegen den Himmel und den hellen Sandstrand ab und von der Manly-Ferry aus kann ich einen Postkarten-Ausblick auf die Harbour Bridge und das Opera House genießen. Sehr erfolgreich eröffnen wir ein australisches Konto für mich, stauben in einem Hostel einen deutschen Lonely Planet über Australien ab und laufen genau in dem Moment an einem Starbucks vorbei, als dort gratis Gebäckstücke und Weihnachtsgetränke verteilt werden. Mit kiloweise Informationsmaterial beladen machen wir uns auf den Weg zurück zum Hafen und verteidigen unser Eis, das wir uns durch den Reiseführerfund verdient haben, gegen komische große Vögel mit langen Schnäbeln und kahlen Hinterköpfen.

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