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29.2. – 10.3.2013 Johoho und ne Buddl voll Rum

Nachdem wir uns von dem wunderschönen Strand von Monkey Island verabschiedet haben, geht es mit Stopp an den Seen Monowai und Mavora und dem unvergesslichen Ereignis einer 37 km langen Schotterfahrt inklusive ausgebrochener Kühe und einer ganzen Menge Staub, wieder zurück nach Queenstown. Hier schaffen wir es gleich nochmal uns mit den beiden Kevins zu treffen – Ein Treffen das, wer hätte es nicht gedacht, mal wieder in einem Essens-Rekord ausartet und so vernichten wir mit Verstärkung von des einen Kevins Eltern und zum Erstaunen der gesamten Bedinung 3 Pizzen mit dem Umfang eines Hula-Hoop-Reifens. Danach ist, zumindest für mich, auch schon für das Frühstück am nächsten Tag gesorgt und so machen wir uns mit dem Hörbuch der Schatzinsel im Ohr am nächsten Morgen auf nach Alexandra. Nach dem unfassbaren Luxus eines heissen Wirpools für nur 4$ im Schwimmbad von Alexandra treffen wir auf unserem nächsten Campingplatz einen Mann, der uns seine Geschichte erzählt, die Flo unter Einfluss der Schatzinsel ermutigt an eine Zukunft als Pirat zu glauben und mich davon überzeugt, dass zumindest im Land der Kiwis, alles möglich ist.

„Mit meinem Segelboot segelte ich die Küste von Neuseeland auf und ab, das gefiel mir ziemlich gut, denn ich bin leidenschaftlicher Segler und um Neuseeland lässt es sich wirklich sehr gut segeln. Die Küste, die ich vom Wasser aus sah, gefiel mir sehr gut, aber ich sah sie eben nur von weitem. Ich beschloss, dass ich sie gerne mehr im Detail sehen wollte und so lernte ich einen Helikopter zu fliegen. Das Fliegen gefiel mir sehr gut und so verkaufte ich mein Boot und kaufte einen Helikopter. Doch irgendwann wollte ich das Land, das ich sah, mehr im Detail sehen und so landete ich und kaufte mir ein Stück Land. Dann dachte ich, wenn ich ein Stück Land habe, kann ich auch ein paar Tiere darauf stellen. Und so kaufte ich ein paar Tiere und wurde Farmer. Doch jetzt überlege ich, ob ich mein Land nicht wieder verkaufen soll um mir ein Segelboot zu kaufen.“

Mit dieser Geschichte im Kopf geht es weiter bis nach Wanaka, wo wir in der Puzzling World von optischen Täuschungen verwirrt werden und (fast) heldenhaft den Ausgang des großen Labyrinths finden. Über Fox Glacier und Franz Josef geht es mit einer atemberaubenden Bergkulisse weiter nach Okarito wo wir spontan ein Kajak mieten und durch eine wunderschöne Lagune vorbei an unzähligen Vogel-und Pflanzearten paddeln. Zwar noch kein Piratenschiff, aber zumindest mal ein Anfang. Nach Hokitika, wo wir eine Fish & Chips (bzw für mich Potatowedges mit Chilli und Sourcreme- yammi) Pause am Meer einlegen landen wir an einem sich ins endlose erstreckenden Steinstrand hinter Greymouth.

Durch die letzten Tage piratisch sehr geprägt, (denn nach der Schatzinsel folgte Jim Knopf und die Wilde 13 (: ) sticht uns plötzlich ein goldenes Funkeln am Wasser ins Auge und den einsamen Goldgräber von Monkey Island als Vorbild nehmend, sammeln wir fleissig den mit Sand gemischten Goldstaub ein. Wie wir den Staub jetzt vom Sand trennen sollen und ob es sich überhaupt um Gold handelt ist uns ein Rätsel, aber zumindest machen wir schon fast Captain Jack Sparrow Konkurrenz : Wir haben eine Tüte voll Dreck!
Nach dieser erfolgreichen Entdeckung und einem Hotdog Picknick bei Sonnenuntergang geht es am nächsten morgen auch schon weiter nach Westport und damit haben wir schon fast den Norden der Südinsel erreicht.

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17.2. – 28.02 : 3.2.1. – Neuseeland

Das Plätschern des kleinen Flusses neben mir wird fast durch das gleichmäßige Rauschen des Meeres überdeckt, die letzen Sonnenstrahlen bringen die rot gelben Sandsteinwände zum leuchten und lassen die sich dahinter erstreckenden Hügel in einem saftigen grün erstrahlen.
Eigentlich wollten wir nach Te Anau – gelandet sind wir an einem wunderschönen sich scheinbar endlos erstreckenden Sandstrand mit einem Steinhaufen (unseren Laienhaften Schnupper-Untersuchungen zu folge handelt es sich um einen Berg aus Vulkanstein) der sich Monkey Island nennt und unbeschreibliche Ausblicke auf das weite Meer ermöglicht.

Schon bei meinem Inlandsflug von der Nord- zur Südinsel hat mich Neuseeland in seinen Bann gezogen: Schwarze Berge, deren schneebedeckte Spitzen zwischen einem Wolkenmeer glitzern, sind das Erste was ich von der Südinsel zu sehen bekomme. Als ich nach der Landung aus dem Flugzeug klettere, bin ich so überwältigt davon, wie nah sich die Berge um den Flughafen herum aus dem Boden erheben, dass ich fast über meine eigenen Füße stolpere. Doch als ich durch die Tür zur Eingangshalle geschoben werde, verschwinden die Berge ganz schnell wieder aus meinem Kopf: Endlich kann ich meinen Flo wieder in die Arme schließen. Und im Gegensatz zu unserem Treffen in Australien wird er mich erst mal nicht mehr so schnell los, denn wir werden die nächsten 2 ½ Monate zusammen durch das Land der Kiwis reisen. (:

Viel Zeit um mich an meinen Landwechsel zu gewöhnen bleibt mir nicht, denn schon am nächsten Morgen geht es dick eingemummelt ( Ja, eine lange Hose und zwei Pullis sind nach fast 5 Monaten Hochsommer eine Menge! ) mit Flos Vater und Schwester von Queenstown aus zum Milford Sound. Und wieder komme ich aus dem Staunen nicht heraus. Wir fahren mit einem Boot durch tiefblaues Meerwasser zwischen steil aufragenden Bergen hindurch so nahe an Wasserfälle heran, dass wir nass werden und ich bekomme meine ersten freilebenden und wirklich ganz echten Seelöwen zu sehen.

Die nächsten Tage in Queenstown verbingen wir damit unser erstandenes Auto auszurüsten, was hauptsächlich Hin- und Hergefahre bedeutet, da Queenstown zwar eine wunderschöne Stadt ist, es aber an Baumärkten und fachkundiger Beratung ( das eine Säge möglicherweise sägt, da es ja eine Säge ist, haben wir uns schon fast schon gedacht(: ) leider mangelt. Die Zeit, die wir nicht auf der Jagd nach Holzbrettern, Gaskatuschen oder Matratzen verbringen, nutzt Flo für den Bau unseres Bettes und ich für ein neues Design für unser Fahrzeug. (Der ganze Campingplatz scheint Wetten über meine künstlerischen Fähigkeiten abzuschließen, zumindest lassen die neugierigen Blicke und die positiv überraschten Reaktionen über das Endergebnis darauf schließen)
Nach 5 Tagen werkeln, fahren, malen, Geld ausgeben, zu vielen Pausen bei Mc Donalds (sag das bloß nicht meinem Papa) morgendlichen Kälteschocks im wunderschönen Gletschersee neben unserem Campingplatz und dem besten Burger aller Zeiten zusammen mit den Kevins, geht es weiter Richtung Süden.

In Colac Bay schlafen wir das erste Mal direkt am Meer und können uns am nächsten Morgen nicht an der aufgehenden Sonne satt sehen, die den Steinstrand in goldenes Licht taucht – bis wir plötzlich von einem riesigen Schwarm Sandflies zur überstürzten Flucht gezwungen werden.

Weiter geht es Richtung Invercargill, wo wir hoffen endlich unser 80-cm-Matratzen-Problem lösen zu können. Nachdem wir nach stundenlanger Suche in Hardwarestores, Campingläden und Opp Shops in einen Stapel Liegestuhlmatten im Sonderangebot laufen, kehren wir total erschöpft mit unserer Beute zurück und polstern erstmal unseren Kofferraum aus.
Da sich die, so simpel klingende, Aufgabe, ein als Schlafunterlage geeignetes Material zu finden, als fast unlösbar heraus gestellt hat, beschließen wir eine Nacht auf einem kleinen Campingplatz in Invercargill zu verbringen. Nach dem Luxus einer heißen Dusche klettern wir in unser neues Bett und können den Komfort den unser Auto mittlerweile erreicht hat, fast nicht fassen. (Wir haben sogar eine kleine Deckenlampe über dem Bett!!)
Unser nächster Stopp ist Bluff, eine winzige Stadt, die aber der südlichste Punkt von Neuseeland ist und mit ihrem berühmten Wegweiser bekannt geworden ist. Einen Besuch ist unbedingt auch die sprechende Toilette wert, die einen freundlich darauf hinweist, wie lange man noch Zeit hat, bevor sich die Tür automatisch wieder öffnet um die Öffentlichkeit an den Geschäften teilhaben zu lassen.
Vor allem nachts wird es doch immer frösteliger und die von innen beschlagenen Autoscheiben nähern sich schon fast der Frostgrenze, deswegen ist unser Plan über Te Anau und Queenstown dem hoffentlich wärmeren Wetter Richtung Norden entgegen zu fahren. Doch als zwischen endlosen Hügeln und Schaafherden plötzlich ein Wegweiser zu Monkey Island auftaucht, fahren wir nicht zum ersten Mal von der Hauptstrasse ab…

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