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25. – 27.10.2012 Zurück nach Bangkok

Unser Bedauern hält sich in Grenzen, als wir unser Zimmer in Surat Thani verlassen müssen und nach einigen Stunden in einem Traveloffice (die Thais scheinen einen einfach gerne warten zu lassen) von einem Minibus am Bahnhof ausgespuckt werden. Mittlerweile schockt uns nicht einmal mehr der Trubel eines thailändischen Bahnhofs und so können wir, um einiges ruhiger, als noch bei unseren ersten Zugfahrten, beobachten wie kleine Kinder und Hunde auf und dicht neben den Bahngleisen spielen und Jugendliche in den Türen der fahrenden Züge lehnen.
Die Hilfsbereitschaft der Thailänder zeigt sich erneut, als unser Zugticket zum wiederholten Male vom gleichen Bahnhofsaufseher kontrolliert wird und dieser uns bestätigt, dass wir tatsächlich nach Bangkok fahren wollen.
Nachdem wir tatsächlich im richtigen Abteil in unserem Zug gelandet sind, freuen wir uns erst mal über die bequemen Sitze, betrachten dann aber etwas skeptisch die eingeklappte Plastikschale über uns und unsere Zugtickets auf denen „upper sleaper“ steht. Nachdem der Schaffner unsere Tickets kontrolliert hat, geht es auch schon los und wir schauen fasziniert zu, wie er aus den beiden gegenüberliegenden Sitzen ein Bett macht und anschließend unsere“Plastikschalen“ zu weiteren Schlafplätzen ausklappt. Als er sein Werk beendet hat schauen wir etwas unschlüssig auf die dünne Metallleiter, denn unsere Betten sind schmal. Sehr schmal und der Platz zwischen Matratze und Decke macht (zumindest für mich) auch keinen besonders komfortablen Eindruck. Aber da wir mittlerweile sogar thailändische Straßen (relativ) zügig überqueren, wird uns auch diese Herausforderung nicht aufhalten und so erklimmen wir unsere Schlafkojen. Oben angekommen wird mir klar, dass das Bett von oben nicht nur noch schmaler wirkt sondern auch verdammt kurz und vor allem doch ziemlich weit vom Boden entfernt ist. Alles was uns vom freien Fall trennt, ist ein grüner Vorhang und zwei Gurte, über deren Vertrauensseligkeit wir lieber nicht weiter nachdenken. 12 Stunden später erreichen wir dann aber doch ohne irgendwelche (Vor)fälle und mit mehr Schlaf als gedacht den Bahnhof von Bangkok.
Nachdem wir unser Gepäck in unserem neuen Hostel deponiert haben, gönnen wir uns erst mal ein Frühstück in dem exklusivsten Coffee Shop, den wir je betreten haben. Im „Coffee Club“ werden unsere Bestellungen kniend aufgenommen und unsere Pancakes werden mit mehreren „Wais“ serviert.

Am nächsten Tag machen wir uns mit dem Sky Train auf den Weg zum „Weekend Market“ und befinden uns gleich nach dem Aussteigen mitten im Gewusel: Bewaffnet mit einer Tüte getrockneter Mangos bahnen wir uns einen Weg vorbei an Getränkeständen, Duschvorlegern und Lichterketten und bleiben vor einem Stand mit Hundewelpen stehen, neben dem Schals in allen Farben angeboten werden. Gegenüber drängen sich Babyhasen neben Kanarienvögeln und Flughörnchen in kleinen rosa Käfigen. Neben einem Stand mit Holzkochlöffeln glitzern mit Perlen übersäte Schuhe und von unbekannten Sängern nachgesungene Klassiker mischen sich mit dem Geschrei von den Essensständen, bei denen im Prinzip überall das Gleiche angeboten wird, jeder Koch aber natürlich besser als der andere ist. Einfache T-Shirts hängen neben Federdessous und Hippi-Röcken, Taschenrechner werden neben DVD-Kopien angeboten und der Stand dahinter biegt sich fast unter dem Gewicht von zahllosen Perlenketten.
Obwohl wir nur einen Bruchteil der angebotenen Stände gesehen haben, machen wir uns schon nach zwei Stunden völlig erschöpft auf den Rückweg. Unsere Eroberungen beschränken sich zwar auf zwei Sonnenbrillen und einen Fächer, aber der Ausflug hat sich auf jeden Fall gelohnt und wir sind stolz auf unsere Handel – Erfolge.

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