Mabon oder Mea’n Fo’mhair, das Fest der Herbsttagundnachtgleiche

Mabon oder Mea’n Fo’mhair, das Fest der Herbsttagundnachtgleiche

Zweimal im Jahr geschieht es, dass Tag und Nacht gleich lang sind. Zu dieser Zeit befinden sich diese beiden Widersacher, die Teil des großen Ganzen sind, mit jeweils 12 Stunden absolut in Waage (Äquinoktium). Einmal zur Frühjahrstagundnachtgleiche (zwischen 19. – 21. März) und einmal zur Herbsttagundnachtgleiche (zwischen 22. – 24. September).

Oft wird dieses Fest auch als ein klassisches Erntedankfest beschrieben, bei dem man sich zu einem großen Mahl traf und für die Ernte des Jahres dankte. Daher wurden an Mabon die besten Früchte zu Ehren Gottes (früher der Götter) und der Ahnen geopfert. Dabei hatte die Zahl drei eine besondere Bedeutung für die Kelten. Die ersten drei Früchte oder Ähren wurden am Baum beziehungsweise auf den Feldern stehen gelassen, die letzten drei ebenfalls.

Den Begriff Ernte sollten wir allerdings nicht nur grobstofflich sehen. Denn auch unsere geistigen und spirituellen Erfolge sind die Ernte, der Gedankensamen, die wir im Frühjahr sähten. Auch dafür dankbar zu sein lohnt sich und war vielleicht sogar der Hauptgrund für dieses Fest.

Astrologisch gesehen läutet die Herbsttagundnachtgleiche in der Nacht vom 23. zum 24. September das Sternbild Waage ein und löst damit die Jungfrau ab.

Auch wir Menschen sollen uns zu dieser Zeit ablösen von allem, was mit dem Sommer zu tun hat und den Herbst als Beginn des Winters begrüßen. Das bedeutet also, die Sommersachen endgültig wegpacken und auch die Dekoration zu Hause eher den dunkleren Jahreszeiten anzupassen.

Zum Namen „Mabon“ gibt es verschiedene Herleitungen. Eine besagt, er leite sich vom keltischen „Mapos oder Maponos“ („Sohn“, „Kind“) ab und wird als Sohn des Lichts betrachtet, denn er ist der Sohn von Modron, der Mutter Erde. Das englische Wikipedia meint: Der Begriff Mabon soll erst 1970 von einem neuheidnischen Autor geprägt worden sein, wobei die Gründe im Dunkeln liegen.

Doch halten wir uns nicht mit Wortklaubereien auf.

Die inselkeltischen Druiden nennen das Fest Mea’n Fo’mhair. Sie ehren den Grünen Mann den Gott der Vegetation, die Verkörperung der Fruchtbarkeit. Oftmals wurden hier Opfergaben in Form von Äpfeln, Wein, Trauben oder Nüssen dargeboten, um seinen Dank zu symbolisieren.

Der Erntemonat September war schon immer von großer Bedeutung. Alles, was für den Winter geerntet und haltbar gemacht werden konnte, war Garant für ein sicheres Überleben in der kalten Jahreszeit. Es gab sehr viel zu tun und je besser die „Wettergötter“ gelaunt waren, desto sicherer war eine reichhaltige Ernte. Diese Erntedankfeste begannen zur Herbst-Tag-und-Nachtgleiche und dauerten bis zum darauffolgenden Vollmond.

Je nach Region sind auch heute noch Wein-, Zwiebel- und Kartoffelfeste und Kirchweihfeste beliebt. Die Bräuche des Herbstes waren maßgeblich geprägt von Ehrung, Dank und Segen der Ernte. Das Ende einer arbeitsreichen Zeit wurde gefeiert, die den Menschen das Überleben der nächsten Monate gesichert hat.

Mabon, der Sohn des Lichts, verschwand der Legende nach, als er nur drei Nächte alt war. Seine Mutter, die Erde, befand sich in bittersüssem Leiden. Obwohl niemand wusste, wohin Mabon verschwunden war, wurde er schliesslich von den am längsten auf der Erde lebenden Tieren, der Amsel, dem Hirsch, der Eule, dem Adler und dem Lachs, befreit. Sie fanden Mabon in der Anderswelt, bzw. der Bauchhöhle der Mutter Erde. Dies ist ein verzauberter Ort, und auch ein Ort der Herausforderungen. Und nur an solch einem Ort konnte der Sohn der Erde wiedergeboren werden und zwar als der Sohn des Lichts. Das Licht des Mabon wurde so auf die Erde gebracht. Diese Legende ähnelt der vom griechischen Dionysos, der in die Unterwelt hinabsteigt und wiedergeboren wird. Auch die Mysterien des Dionysos wurden im Herbst gefeiert.

Ob wir dieses Fest nun Mabon, Mea’n Fo’mhair, Erntedankfest oder Herbstundtagnachgleiche nenne, für mich steht eines fest. Ich werde diese Zeit ab sofort zu einem festen Bestandteil meiner Rituale in meinem Leben machen und ihr den ehrwürdigen Dank erweisen, für all die Ernten – die geistigen wie die stofflichen – die ich jeweils im aktuellen Jahr einfahren durfte.

Ein Bisschen mehr Dankbarkeit und Wertschätzung im Leben hat noch niemandem geschadet.

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