New York – Die Stadt, die niemals schläft

Mein New York Erlebnis war aus mehreren Gründen eine ganz besondere Zeit: Die Tage in der Metropole waren der allerletzte Stopp meiner Weltreise. 8 Monate Abenteuer, Reisen und Freiheit gingen zu Ende. Gleichzeitig waren es die letzten Tage, die mich von zu Hause, von meiner Familie und meinen Freunden trennte. Es mischten sich also die Freude, noch einmal etwas Neues entdecken zu können und das Ende der Reise noch etwas verzögern zu können, mit der Vorfreude des Zurückkommens.

Der wichtigste Faktor für diese unvergessliche Woche, war aber definitiv, dass meine Mama und meine Oma den langen Flug von Deutschland auf sich genommen haben, um diesen letzten Abschnitt mit mir gemeinsam zu erleben. Nach dem ich 8 Monate lang mehr oder weniger einfach in den Tag „hineingereist“ bin, war es eine ganz schöne Umstellung für mich, auf meine durchorganisierte Mama zu treffen. (Schließlich war unser Aufenthalt auf wenige Tage begrenzt und es gibt soviel, das man nicht verpassen darf!) Kombiniert mit dem unermüdlichen Entdeckungsdrang meiner Oma (der sich nicht mal ansatzweise durch die unbeschreiblich drückende Hitze bremsen lies) war genau das aber der perfekte Weg um New York kennenzulernen.

collage-2016-01-29

Mein persönlicher Tipp Nummer 1 ist deshalb, mit diesen beiden wunderbaren Frauen nach New York zu reisen. Da sie jedoch nicht leihbar sind, tun es unter Umständen auch ein oder zwei oder drei Exemplare der eigenen Familie. Denn wer möchte nicht seine Oma voller Genuss in den ersten Burger ihres Lebens beißen sehen oder sich über den Ausdruck auf den Gesichtern kringelig lachen, wenn auf dem Times Square der erste halb nackte Cowboy zu singen beginnt?

Nummer 2 : Sich vor Abflug über die Temperaturen informieren und dementsprechend packen!!

Nummer 3: Eine Doppeldecker-Bus Tour mit Guide buchen. Selbst im Stau stehen ist in New York interessant. Besonders, wenn der Guide seine Touristen mit Ständchen bei Laune hält.

Nummer 4: Was man an Land noch nicht gesehen hat, bekommt man bei einer Bootstour über den Hudson River präsentiert. Zum Beispiel einen wunderschönen Blick auf die Skyline und die Freiheitsstatue.

Nummer 5: Zeit einplanen um einfach mal auf dem Times Square zu sitzen und Leute zu beobachten.

Nummer 6: Brooklyn zu Fuß erkunden.

Nummer 7: Sich ein Frühstück im Drehrestaurant The View im 48. Stock des Marriot Hotels am Time Square gönnen. Super Frühstücksbuffet, Super Aussicht.

Nummer 8: Vom „Top of the Rock“, dem Dach des Rockefellercenters über ganz New York blicken. Und sich vom Empire State Building beeindrucken lassen.

Nummer 9: Sich im Whole-Foods-Market am Columbus Circle mit allerlei Leckereien eindecken und im Central Park picknicken. (Übrigens auch ein toller Zufluchtsort vor der New Yorker Hitze)

Nummer 10: Durch den High-Line-Park schlendern. Alte Hochbahnschienen für Güterbahnen wurden in eine grüne Oase über der Stadt verwandelt.

 

Kurzurlaub in Rom : meine 10 Tipps für die ewige Stadt

Nummer 1: Sich in der Osteria Bonelli im Torpignattara Viertel  durch die Speisekarte schlemmen. Und das einmal ohne groß aufs Geld zu achten – denn in der kleinen Osteria (abseits der Touristenmassen) werden die köstlichen Gerichte nicht nur täglich neu zusammengestellt, sondern schonen auch noch den Geldbeutel.

Nummer 2: Zwischen den vielen Sehenswürdigkeiten eine Pause in der berühmtesten Eisdiele Roms einlegen : Das Eis bei Giolitti schmeckt einfach himmlisch. Sofern man sich zwischen den 100 hausgemachten Sorten entscheiden kann. (Mindestens 2 sollten es allerdings schon sein, sonst ist der Eisverkäufer gekränkt.) Preis: 2,50€ pro Waffel. Diese wird mit soviel Eis gefüllt wie nur irgendwie drauf passt.

Nummer 3: An einer Food-Tour teilnehmen. Eine Stadtführung, bei der man an jeder Ecke allerlei Köstlichkeiten probieren kann. Aber unbedingt noch Platz lassen für DIE perfekte Pizza. Diese wird am Ende unter dem kritischen Blick des italienischen Pizza-Bäckers selbst zu bereitet. Mmmhhhhh. Zum Beispiel bei Walks of Italy.

Nummer 4: Eigentlich könnten sich alle meine 10 Rom-Tipps um Essen drehen. Auch wenn mir nur beim Schreiben schon wieder das Wasser im Munde zusammenläuft, versuche ich mich zu beherrschen. Ein letzter muss allerdings noch sein: Einmal das Abendessen in einem überteuerten Touristenrestaurant ausfallen lassen. Stattdessen frischen Büffelmozzarella, hauchdünnen Parmaschinken und Basilikumcreme einpacken und (zum Beispiel auf der spanischen Treppe über dem Lichtermeer) picknicken.

Nummer 5: Die römischen Busse möglichst vermeiden. Es gibt ein S-Bahn-Netz und ein U-Bahn-Netz aus 2 Linien, die einen zumindest in die grobe Richtung transportieren. Ab da sollte man alles, was unter 30 Minuten Fußweg ist, auf jeden Fall laufen. Das Bussystem ist so unübersichtlich und auch die Busse stecken so oft im Verkehr fest, dass wir oft zu Fuß schneller am Ziel waren. Außerdem entdeckt man so viele interessante Gebäude und Gassen, an denen man sonst nie vorbeigekommen wäre.

Nummer 6: Ein Kettcar mieten und damit durch die Parkanlage Villa Borghese düsen.

Nummer 7: Nach dem Besuch des Phanteons (oder auch einfach nur so) eine Pause im Giardino degli aranci auf einem von Roms Hügeln einlegen und die Aussicht genießen.                                                         Danach unbedingt den Hügel noch ein paar Meter weiter hoch zum Piazza dei Cavalieri di Malta laufen. Hier befindet sich, in einem Tor auf der rechten Seite, das vermutlich berühmteste Schlüsselloch der Welt. Die Touristen in der Schlange vor uns diskutierten, wieso sie für ein simples Schlüsselloch so lange stehen sollten, doch nach dem ersten Blick durch „il buco“ verstummten sie alle.

Nummer 8: Über die Brücke Ponte Sant’Angelo schlendern.

Nummer 9: Falls du nicht an einer Food-Tour teilnimmst, erkunde den Markt auf dem Campo de‘ fiori auf eigene Faust. Du darfst dich auch so an vielen Ständen kostenlos (und ohne damit verbundene Erwartungen an dich) durchprobieren.

Nummer 10: Nach dem Trubel in der Großstadt ein oder zwei oder drei Tage in der kleinen Stadt Santa Marinella am Meer entspannen. (Mit dem Zug ab Rom Termini ca 50 Minuten)

Fernweh

3 1/2 Jahre ist es her, dass ich mit meiner besten Freundin im Schlepptau zu meinem großen Weltreise – Abenteuer aufgebrochen bin. Auch wenn wir nun beide studieren und schon lange wieder in Deutschland angekommen sind: Einmal mit dem Reisen angefangen, lässt einen die weite Welt einfach nicht mehr los.

Was wir während diesen 8 unvergesslichen Monaten alles so erlebt haben, kannst du unter der Kategorie  Weltreiseblog  nachlesen.

Momentan siegt der Alltag über die Planung des nächsten großen Abenteuers – und so versuche ich das Fernweh, so oft es geht, mit  kleinen Reisen zu besänftigen.  Die Berichte, Erfahrungen und Tipps dazu könnt ihr bald unter dieser neuen Rubrik nachlesen.

Liebe Grüße, eure Julia

02.05. – 10.05.2013 Kaua’i

Wieder zurück am Flughafen von Honolulu, freuen wir uns über die Selbst-check-in-Schalter für unseren Flug nach Kaua’i, die uns das lange Anstehen an Schaltern abnehmen. Doch plötzlich ist gar nicht klar, ob wir heute überhaupt fliegen können: Laut Automat sind Flo und ich verheiratet. Das ist eigentlich schon seltsam genug, aber Flo hat gleich auch noch meinen Nachnamen angenommen – und das ist eindeutig ein Problem, denn für eine Passänderung bleibt keine Zeit mehr. Statt also eine Eilhochzeit am Flughafen vorzunehmen, diskutieren wir mit zwei Flughafenangestellten, bis uns schließlich eine nette Dame im Blümchenhemd unsere Boardingpässe mit korrekten Namen ausstellt. Na geht doch.
Erleichtert fallen wir in unsere Sitze und schnallen uns an – und keine viertel Stunde später setzt das Flugzeug auch schon zum Landeanflug auf Lihue an. Das ist mit nur 30 Minuten Gesamtflugzeit eindeutig ein neuer Kurzfliegerekord für mich.

An einem Reformhaus, mit lokaler Milch aus Kalifornien, werden wir von einer quirligen Engländerin abgeholt, die vor 10 Jahren auf der hawaiianischen Insel hängen geblieben ist und fließend deutsch spricht. In ihrem Jeep holpern wir an gigantischen amerikanischen Pickups vorbei (die teilweise einfach irgendwo wortwörtlich mitten im Gebüsch geparkt wurden) zu ihrer Ferienwohnung, in der wir unsere nächsten 4 Wochen verbringen werden. In den nächsten Tagen genießen wir es in unserem kleinen Garten mit knallpinken Blüten und beindruckenden krabeligen Mitbewohnern zu frühstücken, ( auch wenn die einzige hier erhältliche „Brotsorte“ mich alles zurück nehmen lässt, was ich über labriges toast-artiges Brot in Neuseeland und Australien gesagt habe) lassen uns erst mächtig von den Lebensmittelpreisen schocken, um uns dann über die für uns unverständlich hohen Rabatte zu freuen, die man bekommt, wenn man den letzten Kassenzettel aufbewahrt und erstehen super günstig ein super cooles Fahrrad ohne Gänge, mit dem wir das von der Vermieterin ergänzen.

Abends schlendern wir über das Straßenfest von Kapaa, der kleinen Stadt in der wir wohnen. Die ganze Stadt scheint auf den Beinen zu sein und die Leute tanzen ausgelassen zur Musik der vielen kleinen Bands, die über die Straßen verteilt sind. Es riecht nach Blüten und gebratenem Hühnchen und ich bewundere die feinen Armbänder und Ketten aus Muscheln und geschliffenem Glas, die an kleinen Tischen verkauft werden. Die Künstler der Stadt haben ihre Ateliers geöffnet und wir bestaunen, wie ein Mann Glas zu Pfeifen und Kugeln bläst und Holz so dünn verarbeitet wird, dass es biegsam genug wird, um daraus Gürtel herzustellen. In einem kleinen Laden mit hawaiianischen Trommeln kaufen wir uns eine Portion shaved ice und ich bin sofort total begeistert: in einen großen blütenförmigen Becher kommt eine Kugel Macademia-Eis und darüber werden von einem großen Eisblock abgehobeltes Splitter geschichtet, welches in Mango-, Passion Fruit- und Guavensirup getränkt wird. Ganz zum Schluss bekommt der Eisbecher noch ein Snowcap. Wir sind uns nicht so sicher was das ist, aber auf jeden Fall schmeckt es einfach umwerfend gut. Das Eis ist erfrischend und fruchtig und gleichzeitig cremig und nussig.

Am nächsten morgen erfahren wir, dass wir tatsächlich für die nächsten 3 Wochen den Jeep von Eve mieten können und so motiviert machen wir uns gleich auf, um die Insel ein bisschen zu erforschen. Flo ist ganz entsetzt über die Geschwindigkeitsbegrenzungen der Amerikaner ( 80 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit auf dem Highway ) aber ich bewundere einfach die Natur um uns herum, während im Radio ( wenn wir denn mal das Signal einer der beiden Sender erwischen ) ein Mix aus uns bekannten und hawaiianischen Songs gespielt wird. Am Straßenrand wachsen Bäume mit Blüten in allen Regenbogenfarben, das Gras geht von einem saftigen dunkelgrün in ein helles neongrün über und immer wieder begegnen uns kleine knallrote Vögel und schwarze Hühnerküken. Immer wieder wachsen Palmen direkt neben der Straße und plötzlich fahren wir durch eine dichte Allee aus mächtigen Baumen, deren Äste und dunkelgrüne Blätter sich zu einem Dach verflechten.
Bald sind wir in Poipu angekommen, wo wir uns das Spouting Horn anschauen, ein großer Felsen im Meer, der ein Loch hat, durch das bei Wellengang das Wasser zu einer meterhohen Fontäne gedrückt wird. Leider sind heute so gut wie keine Wellen zu sehen und so bleibt die Fontäne relativ klein, aber es lässt sich leicht erahnen, wie es hier bei großen Wellen zugehen muss. Anschließend kühlen wir uns ein bisschen im Meer ab und entdecken sogar ein paar bunte Fische im Wasser.

Neugierig, was sich noch alles im Meer verbirgt, fahren wir am nächsten Tag in den Norden zum Makua Tunnels Beach, der als einer der besten Schnorchelplätze der Insel gilt. Nach einer etwas lästigen Jagd nach offenen Surfläden und Schnorchelausrüstung, die uns über 7 einspurige Brücken wieder bis nach Hanalei zurück führt und dem Zurückerobern eines Parkplatzes, werden wir durch eine faszinierende Wasserwelt belohnt. Es scheint fast so, als ob die Fische versuchen würden sich gegenseitig mit Farben und Mustern zu übertrumpfen: Hellgelbe Streifen, knallbunte Tupfen, kleine Punkte und tiefrote Flecken schwirren um uns herum. Von winzigen schwarz-weißen, bis Tennisschläger-großen, wasserblauen Fischen ist alles vertreten. Sonnenstrahlen sickern durch das Wasser und lassen es leuchten, während die Fische sich gegenseitig über den sandigen Grund jagen.
Mittags fahren wir zu einem kleinen Wochenmarkt in Kapaa, bei dem frisches Gemüse, uns unbekanntes buntes Obst und Blumen verkauft werden und gönnen uns bei einem der Stände eine gefrorene, in Bitterschokolade getauchte Banane mit Kokosnussflocken.

Der nächste Ausflug geht in den Westen nach Port Allen, an großen Tanks vorbei über eine Schotterpiste bis zum Glass Beach. Zunächst wirkt der kleine Strand relativ unspektakulär, doch als wir ans Wasser laufen, sehen wir die kleinen vom Meer rund geschliffenen Glasscherben, die das ganze Ufer bedecken. Eine Welle spült über die Glaskiesel und die Sonne bringt den Strand zum funkeln. Ab und zu blitzt ein grüner oder blauer Splitter zwischen dem braun und weiß des „Meerglases“, welches durch eine ehemalige Altglasdeponie hier her gelangte, hervor.

20130511-084026.jpg

20130511-084108.jpg

30.04. – 02.05. 2013 Auckland – Fidji – Oahu

Am Flughafen in Fidji angekommen, ist das Erste, was ich in Jeans und Fliespulli bemerke, die enorme Hitze, die mir entgegenschlägt, als wir alle nach einander aus dem Flugzeug klettern. Da ich eigentlich nur auf einen Anschlussflug warte, stelle ich mich in die Schlange vor dem Transitschalter – Der unbesetzt ist. Es ist warm und stickig, die Schlange wird immer länger und nichts tut sich. Nach dem ich mich mit einem aufgebrachten Rentnerehepaar unterhalten habe, das kurz davor ist den nächsten Flug zu verpassen, beschliesse ich kurzerhand, mich einfach in der Schlange zum Zoll anzustellen. Da der Flug nach Honolulu erst am späten Abend geht, bleibt genug Zeit, um den irgendwo am Flughafen wartenden Flo zu finden. Immerhin sitzen wir für die nächste Flugetappe in der selben Maschine. Auch wenn ich darauf hingewiesen werde, dass die „Einreise“ nach Fidji mein eingechecktes Gepäck automatisch auschecken wird und sich dadurch das Ganze etwas verkomplizieren wird, erweist es sich doch als die richtige Entscheidung, als mir ein netter Flugzeugmitarbeiter in langem Rock versichert, dass er sich persönlich darum kümmern wird, dass mein Gepäck doch durchgecheckt bleibt, während im Hintergrund 3 ältere Männer auf Ukulelen spielen und ich Flo in der kleinen Arival-Halle entdecke.

Um 24 Uhr geht unser Flug nach Honolulu und als wir nach knapp 4 Stunden zu einem technischen Stopp auf Christmas Island landen, habe ich das Gefühl kein Auge zugetan zu haben. Durch die Zeitverschiebung ist es schon hell, als wir mit unserem Handgepäck aus der Maschine steigen und eine Stunde an einer kleinen Hütte warten müssen, während das Flugzeug betankt wird. Um uns herum gibt es nichts außer Palmen und der schmalen Landebahn und wir sind froh, als wir auf einem etwas fadenscheinigen Zettel abgehakt werden und wieder in das Flugzeug steigen, um noch ein bisschen zu schlafen.

In Honolulu angekommen, müssen wir uns als erstes wieder an einer der langen Schlangen für Ausländer anstellen. Jetzt kommt sie also, die gefürchtete Einreise in die USA. Außer der Wartezeit entpuppt sich diese aber als absolut harmlos: Mir werden alle Fingerabdrücke abgenommen, ein Foto wird gemacht und einen schöner Aufenthalt gewünscht und schon bin ich durch. Die Sonne scheint, der Himmel ist strahlend blau und alle Flugzeugmitarbeiter und der Busfahrer, der uns zu unserem Hostel bringt, tragen Hawaiihemden.

Unsere 2 Tage auf Oahu verbringen wir in einem kleinen Hostel, das strickt nach Männlein und Weiblein getrennt ist. Für meine female „Abteilung“ gibt es einen besonderen Türcode und alle Betten der 4 Schlafsäle sind rosa bezogen. Sogar der Rahmen des Spiegels und die Seife im Badezimmer sind rosa. Flo findet seine in blau gehaltene Abteilung auch etwas seltsam und so machen wir uns erst mal auf den Weg nach Waikiki.

Waikiki Beach strahlt auf seine eigene Art eine faszinierende Atmosphäre aus.  Longboards in allen Farben bilden eine Gasse zu dem hellblau schimmerten Meer. Am weißen Sandstrand entlang versuchen sich die Luxushotels in Größe und Pracht zu übertrumpfen und irgendwo zwischen den reichen Touristen spielt jemand Gitarre. Ich kaufe einem hawaiianischen Mädchen eine Blumenkette aus echten duftenden Blüten ab und im weichen Sand sitzend beobachten wir die Menschen um uns herum. Ein kleiner Junge schreit vor Vergnügen, als er zusammen mit seinem Dad eine Welle entlang surft, ein Mann mit Metalldetektor stapft zwischen den eng aneinander liegenden Handtüchern umher und gedämpft hört man die Geräusche der kleinen Strandbar hinter uns, während der rote Schein der langsam untergehenden Sonne sich in den Fensterfronten der Hotels und in den brechenden Wellen verfängt.
.

20130505-192321.jpg

24.4. – 30.4. 2013 Abschied vom Kiwiland

In nicht mal einer Stunde geht es für mich los zum Flughafen und es heißt Abschied nehmen vom Kiwiland. Im Moment liege ich noch auf meinem Bett im Yha in Auckland, indem wir so viele Nächte verbracht haben, weil wir auf unser Auto, den Bus oder wie jetzt auf einen Flug gewartet haben, und höre dem Schnarchkonzert von dem Kerl neben mir zu. Es ist nicht nur ein Abschied von Neuseeland, sondern auch vom Reisen mit Jehan, schlecht ausgerüsteten Hostelküchen, knarzenden Stockbetten, müffelnden und zerknautschten Klamotten und dem gesamten Dasein des freien, chaotischen und faszinierenden Backpacker-Daseins. Unsere Reise neigt sich dem Ende zu. Zumindest vorläufig. Flo ist gestern schon nach Fidji vorgeflogen, Jehan hat sich mit Zwischenstopp in Melbourne schon auf den Weg nach Hause gemacht und Jan, den wir hier zusammen mit dem zweiten Flo noch mal getroffen haben, ist ganz früh heute morgen in den Flieger nach Deutschland gestiegen. Bleibe nur noch ich, Mr. Sägewerk und ein Kopf voller Gedanken an die letzten Monate in diesem unglaublich schönen Land.

Von Wellington aus ging es weiter nach Waiheke Island, wo wir uns als Belohnung für die 12 stündige Fahrt erst mal ein richtig leckeres Abendessen in einem kleinen Beach – Restaurant gönnen, dass nur knapp von dem Frühstück am nächsten morgen (Frenchtoast mit Beeren und Eiern und Speck mit fast richtigem Brot) getoppt wird. Man, lassen wir es uns gut gehen. (:
Schneller als wir uns an die viel zu schmalen Betten gewöhnen können, geht es auch schon wieder zurück nach Auckland, eine Stadt, die nicht nur für uns zur Wartestadt geworden ist. Das ganze Hostel ist voll mit deutschen Backpackern, die darauf warten, dass der Tag ihres Abfluges näher rückt und da keiner mehr zu besonderen Aktivitäten motiviert ist, sitzen wir alle eigentlich nur noch an einem großen Tisch und diskutieren die absurdesten Themen von Überwachungsstaaten zu Geldscheinschriftarten. Die Highlights dieser letzten Tage bestehen aus mehreren „letzten“ Malen Essen im Burgerfuel und der großartigen Idee, alle Reste zusammen zuschmeißen und einen Nusskuchen zu backen.

Jetzt geht es also los, zum letzten Teil der Reise. Danke, meine liebe Jehan, dass wir das tatsächlich zusammen durchgezogen haben – Vom Tellerspülen, Eis verkaufen,
Kosten kalkulieren und Reiserouten planen, zu der wirklichen Umsetzung unserer „kleinen“ Weltreise. Danke, für diese ganzen verrückten, unglaublichen und einfach unbeschreiblichen Momente, die wir zusammen erlebt haben und sicher nicht so schnell vergessen werden.

Und auch wenn es eigentlich noch 4 Wochen zum tatsächlichen Ende dieser Reise sind, möchte ich mich, weil jetzt doch der größte Teil, das Backpacker-Leben, zu Ende geht, bei allen bedanken die mich/uns auf Teilen dieser Reise begleitet haben und sie dadurch zu dieser unvergesslichen Erfahrung gemacht haben. Vor allem natürlich auch bei dir, Flo, für die Momente, die schon vorbei sind und für die, die in Hawaii noch kommen werden und bei allen zu Hause, die diese Reise erst möglich gemacht haben, mich unterstützt haben und durch die ich immer ein kleines Stückchen zu Hause dabei hatte.

Jetzt aber genug der Sentimentalität, los geht’s zum Flughafen, der Sonne entgegen.

20130503-222039.jpg

15. – 25.4.2013 Zwischen Hobbits, Orks und Op-Shops

Nachdem wir uns (zumindest für die Dauer unserer Reise) nach einem Pfannkuchen-Festmahl endgültig von den Kevins verabschieden, geht es für uns 3 weiter in den Süden nach Rotorua. Als wir aus dem Bus klettern und uns auf dem vom anhaltenden Regen grauen Parkplatz umsehen, steigt uns ein penetranter Gestank nach faulen Eiern entgegen. Zumindest wissen wir jetzt, dass wir an der richtigen Haltestelle ausgestiegen sind, denn der von Rotoruas berühmten Quellen aufsteigender Schwefelgeruch lässt (leider) keinen Platz für Zweifel.
Nach einer Nacht in einem der Bezeichnung „Zimmer“ nicht gerecht werdenden Mini-Raum, in den auf uns unerklärliche Weise 2 Hochbetten gequetscht wurden, bin selbst ich ( die es geschafft hat bei allen Herr der Ringe Filmen inklusive des Hobbits einzuschlafen ) froh, als wir am nächsten Morgen zu einer Tour nach Hobbiton abgeholt werden.
Trotz des schlechten Wetters und meiner (Flo und Jehan zu folge) Ignoranz für die Herr der Ringe Welt, ist es doch spannend über das Filmset zu laufen, sich in die Hobbitlöcher zu quetschen und von Tricks wie eingeflogenen Schafen und Bäumen aus Metall zu erfahren. Selbst ich erwarte fast das uns auf diesem Stückchen neuseeländischem Farmland gleich ein Hobbit über die saftig grünen Hügel entgegengelaufen kommt um im grünen Drachen ein Glas Gingerbeer mit uns zu trinken. Ein bisschen aufgeweicht aber trotzdem begeistert über unseren Ausflug kommen wir abends wieder in Rotorua an und probieren gebrannte Mandeln und unsere erste Brezel seid Monaten auf einem kleinen Nachtmarkt.

Um uns eines der für Touristen nachgebauten Maori – Dörfer anzuschauen, fehlt es bei uns allen etwas an der Motivation und so verbringen wir den Abend in unserem gemütlichen Abstellkämmerchen damit, uns über innere Göttinnen in 50 Shades of Grey ( Wir sind uns immer noch nicht ganz sicher ob es sich dabei tatsächlich um eine Wissenslücke handelt, die gefüllt werden musste ) aufzuregen, während wir erfolglos versuchen uns an den, durch die Fensterspalte wabernden Geruch zu gewöhnen und lassen den Blick über unsere künstlerische Anordnung aus Rucksäcken, Klamotten, Postkarten und allem was noch zu dem Chaos gehört, das sich aufhaltslos über unseren Boden auszubreiten scheint, schweifen. Ach wie schön ist doch das Backpacker – Leben.
Auch in Taupo, unserem nächsten Stopp, will der Regen einfach nicht nachlassen und so hangeln wir uns von Op-Shop zu Op-Shop und es bleibt bei einem kurzen Blick auf den, bei Sonnenschein wohl wunderschönen Lake Taupo, an dem heute nur ein paar zähe Hobbygolfer versuchen das 1.000.000 $ Loch auf einem Floss im Wasser zu treffen. Doch die große Küche und unser exklusives Zimmer ( ein „privates – 3 – Bett – Schlafsaal – Zimmer IN einem 8 – Bett – Schlafsaal, für das wir auch nur den Preis des großen Schlafsaals zahlen ) entschädigen uns ein bisschen und und Backpacker lassen sich nun mal nicht unterkriegen.

Weiter geht es nach Wellington, wo Flo weiter in Secondhand-Läden nach dem ultimativen Stuhl sucht und wir abends unser lang geplantes Bowling-Match umsetzen, bei dem Jehan und ich uns leider geschlagen geben müssen. Am nächsten Tag beschliessen wir etwas für unseren Kopf zu tun und so gelangen wir ins Tepapa Museum, ein gigantisches Museum, von dem wir leider nur den untersten Teil mit Erdbeben Simulationen und Sicherungsspielen schaffen, bevor wir zu unserer nächsten Tour – wieder Herr der Ringe – abgeholt werden. Die Schauplätze der Filme sind in ganz Neuseeland verstreut, doch die Studios befinden sich in Wellington und wir sind alle gespannt, was uns in diesen Räumen erwarten wird. Doch wie es sich herausstellt, dürfen wir gar nicht in die Studios, weil dort rund um die Uhr gearbeitet wird und fahren zu einigen der Schauplätzen in den Wäldern von Wellington. Auch wenn wir etwas enttäuscht sind, nichts darüber zu erfahren, wie die Filme gedreht werden, haben wir schließlich doch unseren Spaß dabei im Dreck zu liegen um Szenen ( die mir Banause nicht einmal bekannt vorkommen ) am Original Schauplatz nachzustellen.

20130503-093221.jpg

"einmal drum rum" – ein Weltreiseblog