Gibt es ein Leben nach dem Tod?
Warum das Leben nach dem Tode weitergeht
- Zuletzt bearbeitet am
- 26. März 2026
- |
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Bei kaum einem Thema gehen die Meinungen so weit auseinander, wie beim Tod. Für die einen ist er eine beruhigende Aussicht auf ein ewiges Leben, für weitere die Hoffnung auf Wiedergeburt und für die Materialisten ist es nicht wert darüber nachzudenken, weil für sie nach dem Tode nichts kommt. Doch bei einem sind sich alle einig, dass der Tod jedem bevorsteht. Ein guter Grund, sich mit ihm auseinanderzusetzen.
Der große Traum vom ewigen Leben
Vieles würde sich ändern, wenn das Leben nicht mit dem Tod endete, sondern der Mensch sein Dasein ohne äußere Hülle weiterführte. Wir würden andere Fragen an das Leben stellen und manche davon tiefer studieren.
Eine Frage könnte sein, wo sich der Mensch nach dem, was er als Tod bezeichnet, befinden wird. Gleichzeitig wirft dies die Frage auf, wo er sich vor seiner Geburt befand. Wenn wir davon ausgehen, dass die Seele weiterhin existiert, müsste sie in einem Zustand existieren, der mit unseren irdischen Sinnen nicht wahrnehmbar ist, denn sonst könnten die verstorbenen Seelen beim Verlassen des Körpers gesehen werden.
Die Annahme des ewigen Lebens – oder zumindest des Weiterlebens nach dem Tod – wirft auch die Frage nach Raum und Zeit auf, die Albert Einstein mit seiner Relativitätstheorie beantwortete, indem er entdeckte, dass Raum und Zeit untrennbar miteinander verbunden sind und relativ zueinander stehen, dass also die Wahrnehmung von Raum und Zeit von der Bewegung des Beobachters abhängt.
Eine weitere Frage ist die nach dem Sinn der irdischen Geburt. Wenn sich die Menschen vor und nach ihrem jetzigen irdischen Leben in einer jenseitigen Welt befanden, wozu kommen sie dann in diese irdische Welt? Gibt es hier eine Aufgabe für sie? Ist das irdische Leben eine Belohnung? Oder vielleicht sogar eine Strafe?
Solche und weitere Fragen ergeben sich, wenn wir in Betracht ziehen, dass das Leben nicht mit dem Tod endet.
Die Idee des ewigen Lebens ist viele tausend Jahre alt
Schon seit Jahrtausenden gibt es ihn, den Traum vom ewigen Leben. Seit jeher ist es das Bestreben der Menschen, ihr Leben so weit wie möglich zu verlängern, und in ihnen lebt eine Sehnsucht danach, eines Tages nicht zu vergehen, sondern weiterzuexistieren.
Die älteste Erwähnung der Idee des ewigen Lebens stammt aus dem Gilgamesch-Epos, einer sumerischen Dichtung aus dem dritten Jahrtausend v. Chr. Das Epos handelt von Gilgamesch, einem mythischen König von Uruk, der die Unsterblichkeit sucht.
Ein weiteres frühes Beispiel für die Vorstellung vom ewigen Leben stammt aus dem ägyptischen Totenbuch, einer Sammlung von Texten und Sprüchen, die dazu gedacht waren, den Verstorbenen auf ihrer Reise ins Jenseits zu helfen. Ein zentrales Konzept darin ist die Idee des Ka, einer Art spirituellen Doppelgängers, der den Körper nach dem Tod verlässt und weiterhin existiert.
Die Beschäftigung mit der Frage, ob es ein Leben nach dem Tod gibt, ist also keine moderne Frage. Wussten unsere Vorfahren vielleicht mehr als wir? Oder gingen sie davon aus, dass nach dem Tod nichts ist?
Doch dann stellt sich die Frage, was „nichts” ist und ob es überhaupt sein kann, dass nichts existiert. Doch das ist ein anderes Thema. Stellen wir eine viel wichtigere Frage.
Was ist das Leben?
Wollen wir der Antwort auf unsere Frage nach dem Leben im Jenseits auf die Spur kommen, müssen wir zuvor die Frage beantworten, was Leben eigentlich ist. Denn das, was wir als Leben bezeichnen, kann nicht nur die Zeitspanne zwischen unserer Geburt und dem Tod sein. In diesem Falle wäre Leben etwas Eigenpersönliches, also an den Einzelmenschen gebunden. Dass das nicht so sein kann, wird klar, wenn man beobachtet, dass das Leben weiterhin existiert, auch wenn jeden Tag Menschen sterben.
Aus Sicht der Hinterbliebenen mag das Leben des Verstorbenen vorbei sein, doch für alle anderen geht es weiter. Demnach ist das, was wir zwischen Geburt und Tod erleben, nicht das, was wir als Leben bezeichnen. Letzteres ist eher die Zeitspanne unserer irdischen Existenz, in der wir am Leben teilhaben.
Gehen wir einen Schritt weiter und stellen uns vor, dass morgen alle Menschen von der Erde verschwunden wären. Gäbe es dann noch Leben? Auf jeden Fall, denn nicht nur die Tiere würden zeigen, dass alles noch lebendig ist, sondern auch die Pflanzen, die Meere, die Winde und die Sonnenstrahlen.
Leben ist also viel mehr als das, was den Menschen ausmacht, und auch nicht an ihn gekoppelt. Eher können wir sagen, dass der Mensch ein Teil des Lebens und an dieses gebunden ist. Das Leben kann ohne den einzelnen Menschen existieren, doch der Mensch nicht ohne das Leben.
Mit einer rein materialistischen Betrachtungsweise ist der Frage, was Leben nun ist, jedoch nicht auf die Spur zu kommen. Werfen wir daher einen Blick in die Bibel, das Buch der Weisheit. Sie gibt uns einige Hinweise auf die Frage, was Leben ist.
“Denn bei dir [Gott] ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht.” (Psalm 36, 10)
“Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis” (1. Johannes 1, 5)
“Ich [Jesus] bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.” (Johannes 8, 12)
Betrachten wir die Essenz dieser drei Passagen, wird klar, dass laut Bibel Gott bzw. Jesus, der als Sohn das Wort und den Willen Gottes kündet, das Licht und gleichzeitig das Leben ist. Selbst die Wissenschaft erkennt an, dass das Leben untrennbar mit dem Licht verbunden ist. Denn gäbe es auf der Erde keine Sonne mehr, wäre es auch mit dem Leben vorbei.
Doch ob der Mensch von der Existenz Gottes überzeugt ist oder nicht, liegt an ihm. Für den Schöpfer spielt es keine Rolle, ob der Mensch an ihn glaubt oder nicht, denn sein Wille wirkt unabhängig von der Überzeugung des Menschen.
Kommen wir zurück zur Frage nach dem ewigen Leben der Seele.
Sprichworte über das Sterben
In unserer Sprache liegt mehr Wahrheit als auf den ersten Blick erscheint. Das ist auch der Grund, warum viele der folgenden Aussagen über Hunderte und Tausende von Jahren lebendig blieben.
Sie alle beschreiben auf ihre eigene Art, wenn ein Mensch hinüberging:
Seine Seele hat sich zur Ruhe gelegt.
Ruhe in Frieden.
Mein Onkel ist letzte Woche verschieden.
Die alte Frau ist friedlich entschlafen.
Unsere Freundin ist viel zu früh von uns gegangen.
Mein Vater ist vor zwei Jahren heimgegangen.
Der Priester wurde zu Gott abberufen.
Mein Nachbar ist gestern dahingeschieden
Mögen die verstorbenen Seelen in Frieden ruhen.
Die Beschreibungen zur Ruhe legen und Schlafen deuten nicht darauf hin, dass derjenige nicht mehr existiert. Auch wenn wir ruhen oder schlafen, sind wir weiterhin lebendig. Das wird uns spätestens dann bewusst, wenn wir schweiß- oder freudegebadet aus einem Traum erwachen.
Die Ausdrücke verscheiden und dahinscheiden drücken ebenso aus, dass zwar etwas voneinander getrennt wird, jedoch weiterhin existiert. Wenn ein Ehepaar sich scheidet, existieren beide Partner weiterhin und unabhängig voneinander.
Das Wort sterben gibt weitere Hinweise, wenn wir seinen etymologischen Hintergrund betrachten. Es teilt dieselbe Wurzel wie das griechische Wort »stérphos (στέρφος)«, was »Haut, Fell, Hülle« bedeutet, und das russische Wort »stérbnut’ (стербнуть)«, was für »fest, hart werden, erstarren« steht. Ebenso bestehen direkte Verbindungen zum Wort »starren«, was bekanntlich für »steif, starr werden« steht.
Auch beim Ausdruck sterben wird also deutlich, dass der Begriff nur den sinnlich wahrnehmbaren Vorgang des Körperlichen beschreibt, ohne etwas über die Lebendigkeit des inneren Wesenkerns auszusagen.
Die Wissenschaft auf der Spur des ewigen Lebens
Vom Leipziger Fotografen Gerd Lehmann stammt das Zitat:
Wissenschaft ist der derzeit anerkannte Irrtum
Lehmann trifft damit einen wesentlichen Kern des Geschehens, wenn wir in die Geschichte der Wissenschaft zurückblicken.
Jedoch darf nicht der Fehler begangen werden, die Wissenschaft vollständig infrage zu stellen. Oftmals haben Wissenschaftler Tatsachen nur so lange geleugnet, bis diese in den Bereich des irdisch Messbaren gelangten und damit anerkannt werden mussten.
Nun gehören der Geist, der innere Kern des Menschen, und die Seele, seine feinstoffliche Umhüllung, nicht in das Reich der Stofflichkeit und können somit auch nicht mit irdischen Hilfsmitteln festgestellt werden. Gleichart kann stets nur Gleichart wahrnehmen. Aus diesem Grund gab es bislang noch keinen eindeutig wissenschaftlichen Beweis für die Existenz der Seele.
Doch wie die Quantenphysik, Molekularbiologie und Radioastronomie immer wieder zeigen, taucht die Wissenschaft immer tiefer in Erkenntnisse ein, die noch vor einiger Zeit als Fantasterei abgetan wurden, und rückt somit in den Bereich des wissenschaftlich Belegbaren.
Das zeigt, dass eine Tatsache, nur weil sie für die Wissenschaft heute noch nicht messbar ist, nicht als nicht existent betrachtet werden kann. Sie ist nur noch nicht messbar. Bis zur Erfindung der Elektronenmikroskopie wurden Menschen als verrückt bezeichnet, die behaupteten, dass ein Tropfen Wasser lebendig sei. Inzwischen wissen wir, dass sich in einem kleinen Tropfen Wasser ein ganzer Kosmos an Mikrolebewesen befindet.
Liegt da die Annahme nicht nahe, dass es auch heute viele Bereiche gibt, die existent sind, doch mit dem aktuellen Stand der Technik nicht messbar?
Allein schon der Energieerhaltungssatz der Physik, der besagt, dass Energie niemals verloren geht, sondern stets nur umgewandelt wird, ist ein weiterer Hinweis auf die Unsterblichkeit des Menschengeistes. Denn auch dieser Kern ist Energie, wie alles um uns.
Im Folgenden werfen wir einen Blick auf die Arbeit von zwei Ärzten und einem Wissenschaftler, die die Existenz der Seele über den irdischen Tod hinaus untersucht und dabei interessante Ergebnisse erzielt haben.
Dr. Raymond A. Moody Jr.
Dr. Raymond A. Moody Jr. ist ein amerikanischer Psychiater und Philosoph, der in den siebziger Jahren Nahtoderfahrungen erforscht hat. Dabei untersuchte er Menschen, die nach medizinischen Gesichtspunkten für tot erklärt wurden, jedoch wieder zum Leben erwachten.
In seinen Interviews stellte er fest, dass es immer wieder zu Ähnlichkeiten bei den Berichten kam. Dabei handelte es sich um Menschen verschiedener sozialer Schichten und mit unterschiedlichen Bildungsgraden; manche lebten in der Stadt, manche auf dem Land, sie kamen aus verschiedenen Völkern und Kulturen.
In ihren Berichten häuften sich Aussagen, dass sie ihren Körper von außen wahrnahmen und die Bemühungen der Umstehenden, sie wiederzubeleben, beobachteten. Sie sahen zudem ein helles, blendendes Licht, erlebten in einer Rückschau ihr Leben und wurden meist von einem liebevollen Angehörigen begleitet, der ebenfalls bereits verstorben war.
Seine Erkenntnisse hat Dr. Moody, unter anderem, in seinem Buch “Leben nach dem Tod” veröffentlicht.
Dr. Carl Wickland
Dr. Carl August Wickland war Psychiater und Forscher des Paranormalen. Er wanderte früh in die Vereinigten Staaten aus, wo er Allgemeinmedizin studierte und sich auf sogenannte Geisteskrankheiten spezialisierte.
Er fand heraus, dass die meisten Menschen, die als geisteskrank bezeichnet wurden, von einem abgeschiedenen Geist vereinnahmt und durch diesen beeinflusst wurden. Wir bezeichnen dieses Phänomen als Besessenheit.
Da seine Frau medial veranlagt war, konnte er über sie mit den vereinnahmenden Geistern kommunizieren und fand heraus, dass diese sich oftmals nicht bewusst waren, ihren eigenen Körper bereits verlassen zu haben.
Durch einfühlsame Gespräche führte Dr. Wickland diese verirrten Menschengeister zur Erkenntnis, dass sie nun weiterziehen und den Körper dieses unschuldigen Menschen freigeben müssen.
Damit gelang ihm das schier unfassbare, die vermeintlich geisteskranken Menschen zu heilen.
Die Aufzeichnungen zahlreicher Interviews veröffentlichte Dr. Wickland in seinem Buch »Dreißig Jahre unter den Toten«.
Prof. Dr. Oliver Lazar
Erkenntnisse aus jüngster Zeit stammen von Prof. Dr. Oliver Lazar, der ebenfalls nach Beweisen suchte, dass der Mensch nach dem Ablegen seiner körperlichen Hülle weiterhin existiert.
Er führte die weltweit erste und größte Studie zur Wirksamkeit und Authentizität von Jenseitskontakten durch. Dabei wurden 243 Sitzungen mit Medien durchgeführt, die nach der Methodik des britischen Spiritismus arbeiten. In diesen Sitzungen übermittelten die Medien Informationen, die sie angeblich von Verstorbenen erhielten, etwa Namen, Lebensumstände, Todesursachen oder persönliche Details. Diese Angaben wurden anschließend mit den tatsächlichen Fakten der Hinterbliebenen abgeglichen und wissenschaftlich ausgewertet.
Der Schwerpunkt lag auf der objektiven Verifikation: Konnten die durchgegebenen Informationen nachweislich bestätigt werden? Die Ergebnisse zeigten eine statistisch hochsignifikante Übereinstimmung. Für Lazar bringen diese Befunde nicht nur das materialistische Weltbild ins Wanken, sie liefern darüber hinaus eindrucksvolle Hinweise auf ein Weiterleben des Bewusstseins nach dem physischen Tod.
Die Ergebnisse seiner Studie veröffentlichte er in seinem Buch »Jenseits von Materie«.
Der empirische Selbstversuch des Weiterlebens nach dem Tod
Empirisch lässt sich weder das Weiterleben noch das Nicht-Weiterleben nach dem Tod eindeutig beweisen. Doch logisch betrachtet ist das Weiterleben die tragfähigere Annahme.
Um diese Erkenntnis zu untermauern, hilft es, beide Thesen einmal genauer zu betrachten und durch logische Analyse die nötigen Schlüsse zu ziehen.
Theorie 1: Weiterleben nach dem Tod
Verifizierbarkeit: Ja – Wenn wir nach dem Tod weiterexistieren, können wir das subjektiv erfahren. Auch wenn wir es niemandem mehr mitteilen können, wird die Theorie durch die eigene Erfahrung bestätigt.
Falsifizierbarkeit: Nein – Wenn es kein Weiterleben gibt, existiert niemand mehr, der das feststellen oder darüber berichten könnte. Die Theorie kann im Fall ihres Irrtums nicht widerlegt werden.
Theorie 2: Kein Weiterleben / vollständiges Ende
Verifizierbarkeit: Nein – Ein vollständiges Aufhören des Bewusstseins ist nicht erfahrbar. Wer nicht mehr existiert, kann das Nicht-Sein nicht bestätigen. Die Theorie bleibt unbeweisbar.
Falsifizierbarkeit: Ja – Wenn es nach dem Tod doch ein Weiterleben gibt, ist diese Theorie automatisch widerlegt. Denn dann erleben wir das Gegenteil dessen, was sie behauptet.
Zusammenfassung
Die Theorie vom Weiterleben ist subjektiv verifizierbar, aber nicht falsifizierbar. Die Theorie vom Nicht-Weiterleben ist nicht verifizierbar, aber falsifizierbar.
Daraus folgt: Die Vorstellung vom Weiterleben ist logisch stabiler, weil sie denkbar und erfahrbar ist, während das völlige Nicht-Sein weder überprüfbar noch logisch sicher zu behaupten ist.
Fast alle Religionen glauben an die unsterbliche Seele
Mit einem Blick auf die Religionen und Glaubensrichtungen der Welt wird schnell klar, dass es in nahezu allen den Glauben an die Unsterblichkeit der Seele gibt. Lediglich in der Art, wie und wo die Seele ihr Fortleben führt, unterscheiden sie sich.
Die folgenden Zitate geben einen Einblick in die jeweiligen Schriften, auf denen ein Glaube oftmals beruht.
Hinduismus
- “Für die Seele gibt es zu keiner Zeit Geburt oder Tod. Sie ist nicht entstanden, sie entsteht nicht, und sie wird nie entstehen. Sie ist ungeboren, ewig, immerwährend und urerst. Sie wird nicht getötet, wenn der Körper getötet wird.” (Bhagavad Gita 2.20)
- “Wie ein Mensch die Kleider wechselt, indem er die alten auszieht und neue anzieht, so verlässt die Seele den Körper, indem sie den alten ablegt und einen neuen annimmt.” (Bhagavad Gita 2.22)
- “Der Körper ist vergänglich, aber die Seele ist unsterblich und unzerstörbar.” (Bhagavad Gita 2.18)
Buddhismus
- “Und wie auch immer seine ursprüngliche Absicht, sein Wunsch, seine Bestimmung war, so wird er wiedergeboren.” (Majjhima Nikāya 120, Saṅkhārupapatti Sutta)
- “Dort und dort ist dieser wiedergeboren, dort und dort ist dieser wiedergeboren. (…) Wenn da, Vaccho, ein Wesen in dieser Zeit den Körper ablegt und einen anderen Körper anlegt, dann erkläre ich es vom Durst ergriffen, der Durst ist zu dieser Zeit das Ergreifen.” (Saṃyutta Nikāya 44.9)
- “Ein Mensch, der sich hier übler Taten enthält und in der Sterbestunde rechte Einsicht hat, steigt nach dem Tode hinauf in den Himmel. Weil er früher oder später Gutes getan hat oder in der Sterbestunde rechte Einsicht hat, darum kommt er nach dem Tode in den Himmel. Er erhält in diesem Leben oder bei der Wiedergeburt oder in einem späteren Dasein die Vergeltung.” (Majjhima Nikāya 136)
- “Aber ich erkläre Euch: wir kommen als Menschen wieder, nicht als Tiere oder Pfanzen. Sie sind von anderer Art als wir. Das kann niemals vermengt werden. Die Brahmanen lehren, daß ein Zornmütiger ein Tiger wird, ein Furchtsamer eine Maus. Ich frage Euch: was ist ihm damit geholfen? Kann er damit einen Fortschritt machen? Nein! Wir kehren wieder, aber als Menschen. Wir werden so lange wiederkehren, bis wir unsern Ausgangspunkt erreichen können. Das geschieht, indem wir uns in jedem Leben ein Stück höher hinauf arbeiten.” (Buddha, Verlag »Der Ruf« München)
Islam
- Barzach ist im Islam die Phase bzw. der Übergang, in dem eine Seele nach dem Tod verweilt und auf den Jüngsten Tag wartet.
- Akhira bedeutet “das Jenseits” oder “das Danach”.
- “Diejenigen aber, die glauben und rechtschaffene Werke tun, werden Wir in Gärten eingehen lassen, durcheilt von Bächen, ewig und auf immer darin zu bleiben. Darin haben sie vollkommen gereinigte Gattinnen; und Wir lassen sie in vollkommenen Schatten eingehen.” (Sure 4, Vers 57)
- “Und gebt frohe Botschaft denen, die glauben und gute Werke tun, dass ihnen Gärten zuteilwerden, durcheilt von Bächen. Wenn sie von einer Frucht darin genießen, sagen sie: ‘Dies haben wir schon früher gehabt.’ Und ihnen wird Ähnliches gegeben werden. Und sie haben reine Gefährtinnen darin, und sie weilen ewig darin.” (Sure 2:25)
- “Und ruft (sie auf), zu dem Weg eures Herrn zu eilen, bevor der Tag kommt, an dem es kein Entrinnen vor Allah gibt. An jenem Tag gibt es für euch keine Zuflucht und keine Möglichkeit zu leugnen. Wenn sie (dann) nicht glauben, was ihnen (schon) vorher widerfahren ist, wird es ihnen nicht nützen, wenn sie glauben. Und ihnen wird eine schmerzhafte Strafe zuteilwerden.” (Sure 16:110-111)
- “Doch diejenigen, die an ihren Herrn glauben, werden die Gärten betreten, durch die Bäche fließen. Darin werden sie für immer bleiben, als Gast von Allah. Und das, was bei Allah ist, ist besser für die Rechtschaffenen.” (Koran 3:198)
Judentum
Im Judentum gibt es nur wenige Hinweise zum bestehen der Seele nach dem Tod. Doch auch dort sind sie zu finden.
- “Und der Staub kehrt zur Erde zurück, wie er war, und der Geist kehrt zurück zu Gott, der ihn gegeben hat.” (Kohelet 12,7)
- “Auch das Leben der Seele ist ewig und das Leben des Geistes unsterblich.” (Buch der Weisheit 3,1-4)
Weitere Glaubensrichtungen
Ebenfalls findet sich die Idee einer unsterblichen Seele im Sikhismus, in einigen Formen des Taoismus, im Shintoismus, im Bahai-Glauben und bei den Anhängern des Zoroastrismus.
Christentum
Dem Christentum widmen wir uns zuletzt, da wir es etwas genauer betrachten wollen. Denn das Christentum ist der vorherrschende Glaube in unseren Breitengraden, und es herrschen vielerlei Missverständnisse darüber. Werfen wir einen Blick in das alte Buch der Christen, in die Bibel, und schauen, was sie uns zur Unsterblichkeit der Seele offenbart.
“Und Jesus ging vorüber und sah einen Mann, der blind geboren war. Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Meister, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren ist?” (Johannes 9,1-2)
Diese augenscheinlich unbedeutende Frage gibt uns einen wichtigen Schlüssel. Die Jünger fragen Jesus, ob der blinde Mann selbst es war, der gesündigt hat. Wie aber kann ein blind Geborener gesündigt haben, ohne dass er vorher schon existierte? Diese Frage gibt uns einen Hinweis darauf, dass es für die Jünger offenbar selbstverständlich war, dass die Seele eines Menschen schon vor der Geburt existierte. Unterstrichen wird diese Annahme durch die Antwort Jesu:
“Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden.”
Anschließend heilt Jesus den blinden Mann. Würde Jesus die Idee von der Existenz der Seele vor der Geburt nicht selbst vertreten, hätte er die Jünger dahingehend nicht belehrt und korrigiert? Betrachten wir ein weiteres Beispiel:
“Die einen sagen, du bist Johannes der Täufer, andere, du bist Elia, wieder andere, du bist Jeremia oder einer der Propheten.” (Matthäus 16,14)
Diese Frage stellen ebenfalls die Jünger an Jesus. Wie aber kämen sie auf die Idee, solch eine Frage zu stellen, wäre nicht die Vorstellung einer Wiedergeburt Teil ihrer Überzeugung? Auch beim nächsten Beispiel begegnet uns Ähnliches:
“Und sie fragten ihn (Jesus): Was denn? Bist du Elia? Und er sprach: Ich bin’s nicht. Bist du der Prophet? Und er antwortete: Nein.” (Johannes 1,21)
Jesus antwortet mit einem Nein. Gäbe es die Seelenwanderung nicht, würde er anders reagieren. Seine Antworten geben also einen deutlichen Hinweis darauf, dass für Christus und die Menschen zur damaligen Zeit die Existenz der Seele nach dem Tod eine Selbstverständlichkeit gewesen sein könnte.
Es folgen noch weitere Zitate, die einen Hinweis auf die Unsterblichkeit der Seele geben.
- Matthäus 10,28: “Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, doch die Seele nicht zu töten vermögen; fürchtet vielmehr den, der Seele und Leib verderben kann in der Hölle.”
- Korinther 5,8: “Wir sind aber zuversichtlich und haben vielmehr Lust, aus dem Leibe auszuwandern und daheim zu sein bei dem Herrn.”
- Philipper 1,23-24: “Denn ich werde von beiden Seiten bedrängt: Ich habe Lust, abzuscheiden und bei Christus zu sein, was auch viel besser wäre; aber es ist nötiger, im Fleisch zu bleiben um euretwillen.”
- Timotheus 1,10: “Unser Retter Christus Jesus, der den Tod zerstört hat und das Leben und die Unvergänglichkeit ans Licht gebracht hat durch das Evangelium.”
- Matthäus 25,46: “Und diese werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben.”
- 1. Korinther 15,44: “Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Gibt es einen natürlichen Leib, so gibt es auch einen geistlichen Leib.”
- Korinther 5,1: “Denn wir wissen, dass, wenn unser irdisches Haus, diese Hütte, abgebrochen wird, wir einen Bau von Gott haben, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist im Himmel.”
- Johannes 11,25-26: “Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das?”
Somit finden wir im Christentum zahlreiche Hinweise darauf, dass das Leben des Menschen nicht erst mit der Geburt beginnt und nicht mit dem Tode endet.
Die Natur deutet auf Unsterblichkeit hin
Nachdem wir nun betrachtet haben, welche Hinweise unser Sprachgebrauch, die Wissenschaft und die Religionen uns liefern, kommen wir zurück zur Einfachheit der Natur, in der sich uns stets die Wahrheit offenbart. Die folgenden Beispiele sind Beobachtungen und logische Schlussfolgerungen, die uns weitere Hinweise darauf geben, dass das menschliche Leben keiner linearen Linie folgt, sondern natürlichen Kreisläufen.
Der Baum im Wandel der Jahreszeiten
Die Jahreszeiten sind ein gutes Beispiel dafür, dass das Leben nicht linear verläuft, sondern in Kreisläufen. Alles ist ein ewiger Kreislauf aus Werden, Wachsen und Vergehen. So zeigt sich der Baum im Frühling in seiner schönsten Farbenpracht, im Sommer im satten Grün, er spendet im Herbst seine Früchte, um sich dann im Winter zur Ruhe zu legen, bis das Spiel im neuen Jahr von vorn beginnt.
Nun ließe sich einwenden, dass man beim Baum eindeutig nachprüfen kann, dass er im Winter nicht stirbt. Das ist richtig, und weil in der Natur alles im Großen wie im Kleinen wirkt, ist das doch der beste Hinweis darauf, dass es bei uns Menschen nicht anders sein wird.
Nur weil wir einen Kreislauf nicht vollständig überblicken können, bedeutet das nicht, dass dieser Kreislauf nicht existiert.
Angenommen, der Mensch würde nur neun Monate leben und im Frühling geboren werden, dann würde er bei der Betrachtung eines Baumes und der Natur als Ganzes zu dem Schluss kommen, dass ein Baum im Frühjahr zu leben beginnt und im Winter stirbt. Denn er wäre nicht in der Lage, den kompletten Kreislauf zu überblicken.
Ähnlich ist es bei der Unsterblichkeit der Seele. Wir können nicht innerhalb der Betrachtungsweise eines Erdenmenschenlebens den Kreislauf des Ganzen erfassen. Da unser Verstand an Raum und Zeit und damit an dieses jetzige irdische Leben gebunden ist, ist das Wissen um das Weiterleben der Seele auf diese Weise nicht erklärbar.
Das wäre in etwa so, als wollte die Eintagsfliege beweisen, dass es die Woche nicht gibt.
Die Raupe wird zum Schmetterling
Die Transformation der Raupe zum Schmetterling ist ein weiterer Hinweis darauf, dass das Leben einem Prozess der Wandlung unterliegt und ein Daseinszustand in den nächsten übergeht.
Ist das Ablegen des Kokons nicht auch ein Sinnbild für das Ablegen unseres grobstofflichen Körpers?
Das Wasser wird zu Dampf
Nehmen wir einen Topf mit Wasser und erhitzen ihn auf 100 Grad, wird das Wasser irgendwann anfangen zu kochen. Lassen wir den Topf allein und kehren erst nach einer Stunde zurück, wird er leer sein. Nur Unwissende würden jetzt denken, dass das Wasser tot sei und nicht mehr existiert.
Das Wasser hat seinen Zustand geändert und sich in Form von Dampf mit den Luftmolekülen verbunden. Es existiert weiterhin. Es ist nur eine Veränderung der Form, nicht aber des Wesens.
Die ungeahnte Kraft einer Supernova
Die Sterne des Himmels sind nicht ewig, wie wir inzwischen wissen, sondern vergehen zu ihrer Zeit. Man nennt dieses Vergehen eine Supernova.
Eine Supernova ist eine extrem helle und energiereiche Explosion, die auftritt, wenn ein Stern am Ende seines Lebenszyklus steht. Wenn der Kern des Sterns nicht mehr genug Energie produzieren kann, um dem Druck von außen standzuhalten, kollabiert er und setzt dabei eine enorme Menge an Energie frei. Diese Energie löst eine Schockwelle aus, die die äußeren Schichten des Sterns sprengt und große Mengen an Materie und Strahlung ins All schleudert.
Supernovae können für kurze Zeit so hell wie ganze Galaxien leuchten und sind die wichtigste Quelle für schwere Elemente wie Gold und Platin.
Ähnliche Beobachtungen kennen wir aus der Atomphysik bei der Spaltung von Atomen. Auf diesem Wissen beruht die Atomenergie.
Da wir ebenfalls wissen, dass auch der Mensch aus unzähligen Atomen besteht, warum sollte es bei seinem Vergehen anders sein? Auch wenn wir bei ihm keine Explosion wahrnehmen, so berichten doch die meisten Menschen mit Nahtoderfahrungen von diesem Licht.
Das konstante Ich in der Wandlung
Beobachten wir uns selbst, wird klar: Das „Ich bin” bleibt stabil, obwohl sich Körper, Gedanken und Gefühle laufend ändern. Unsere Identität bleibt trotz körperlicher Veränderung erhalten, der Körper erneuert sich ständig, das Ich-Bewusstsein bleibt gleich.
Der logische Schluss daraus: Das Ich ist nicht identisch mit dem Körper, sondern etwas Eigenständiges. Wenn es nicht körperlich – also nicht stofflich – ist, unterliegt es nicht dem Verfall.
Die Logik der Entwicklung
Ein einmaliges materielles Leben ohne Fortsetzung widerspricht jeder Idee von Gerechtigkeit, Entwicklung und Reifung. Logischer wäre: Ein weiterwirkender Menschengeist trägt Verantwortung und entwickelt sich über das Irdische hinaus stetig weiter.
Das Ich steht über der Zeit
Alles Körperliche ist an Zeit gebunden. Der Mensch kann jedoch über Zeit nachdenken, sie überschreiten, das weist auf eine zeitlose Instanz im Inneren hin.
Was zeitlos ist, kann durch den Tod, der ein zeitlicher Prozess ist, nicht vernichtet werden. Demnach muss das Ich außerhalb des Todes stehen.
Der ewige Kreislauf der Elemente
Beobachten wir die Elemente und wie sie sich untereinander beeinflussen, wird schnell klar, dass auch diese einem Kreislauf unterliegen und es weder einen echten Tod noch Stillstand gibt, also keinen Anfang und kein Ende. Diesen Kreislauf beschreibt die Fünf-Phasen-Theorie im Wu Xing, auch bekannt als „Gedicht der fünf Wandlungsphasen”:
Holz treibt das Feuer an,
Feuer erzeugt Asche,
aus Asche entsteht Erde,
Erde birgt das Metall,
Metall bringt das Wasser hervor,
Wasser nährt das Holz –
und der Kreislauf beginnt von Neuem.
Betrachten wir jedes einzelne Element im Ausschnitt bei seiner Entstehung und seinem Verfall, könnte der Eindruck von einem Anfang und einem Ende entstehen. Wenn wir hingegen den kompletten Kreislauf betrachten, sind wir der Wahrheit auf der Spur.
Es ist ähnlich der Betrachtung eines Kreises: Nehmen wir nur einen Kreisausschnitt unter die Lupe, sehen wir einen vermeintlichen Anfang und ein vermeintliches Ende. Betrachten wir den Kreis als Ganzes, ist er in sich geschlossen.
Die Beweislast wiegt Zugunsten der Unsterblichkeit
Es lassen sich zahlreiche Hinweise finden, dass der Mensch nach seinem Tode nicht aufhört zu existieren. Werfen wir nun einen Blick auf die Gegenargumente.
Hier stehen wir vor dem Problem, dass es kaum stichhaltige Argumente oder Hinweise dafür gibt, dass der Mensch nach dem Tod aufhört zu existieren. Die meisten Argumente sind rein biologischer und physikalischer Natur und betrachten ausschließlich den Verfall des menschlichen Körpers.
Diese Betrachtungsweise geht davon aus, dass der Mensch keinen Körper besitzt, sondern der Körper selbst ist. Man versucht also ein fahrerloses Auto zu untersuchen, um herauszufinden, wie es fahren kann, ohne auch den Fahrer in Betracht zu ziehen und wundert sich dann, wenn dies zu unzureichenden Schlüssen führt.
Es ist zwar derzeit nicht möglich, auf wissenschaftlicher Basis zu beweisen, dass die Seele des Menschen über seinen irdischen Tod hinaus existiert, doch zumindest spricht die Beweislast wohl eher dafür, als dagegen. Der Irrtum muss also stets bei uns Menschen liegen, wie es Goethe bereits erkannte:
Die Natur versteht gar keinen Spaß, sie ist immer wahr, immer ernst, immer strenge, sie hat immer recht, und die Fehler und Irrtümer sind immer des Menschen.
(Johann Wolfgang von Goethe im Gespräch mit Johann Peter Eckermann, 13. Februar 1829)
Inspirationen zum Thema Leben nach dem Tod
Wenn Sie sich tiefer mit dem Thema »Leben nach dem Tod« beschäftigen wollen, können folgende Quellen Ihnen dabei helfen.
Bücher
- Die blaue Insel: Ein Blick in das Leben im Jenseits
- Ein Wanderer im Land der Geister
- Leben nach dem Tod
- Jenseits von Materie
Youtube-Kanal
Hinweis: In diesem Artikel habe ich die Begriffe Seele und Geist abwechselnd benutzt und damit den inneren Kern des Menschen beschrieben. Das ist eine vereinfachte Darstellung, die dem besseren Verständnis dienen soll, da der Begriff Seele weitaus verbreiteter als Geist ist. Oftmals wird der Begriff Geist mit Verstand gleichgesetzt, was falsch ist. Geist und Seele sind zwei getrennte Wesensmerkmale des Menschen, in meinem Artikel Der Unterschied zwischen Geist, Seele und Verstand erläutere ich den Unterschied.
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