Wer gegen etwas ist, ist am Ende für nichts

Wer gegen etwas ist, ist am Ende für nichts

Die Menschen, die gegen etwas sind, haben nur noch nicht das gefunden, wofür sie einstehen.

Menschen demonstrieren gegen den Krieg, gegen Kapitalismus, gegen Ausbeutung, gegen Rassismus, gegen Diskriminierung, gegen Tierversuche, gegen Korruption, gegen Bevormundung, gegen Kriminalität und gegen vieles andere, bei dem es gerade in ist, dagegen zu sein.

Wer gegen etwas ist, mag sich von einer Sache distanzieren, allerdings bezieht er damit noch lange keine eigene Position. Denn wenn wir dagegen sind, nach Norden zu laufen, bleiben noch sieben andere Himmelsrichtung, in die wir laufen können. Was sagt es also schon aus, nicht nach Norden zu laufen?

„Hallo Fremder, wohin des Weges?“
„Ich gehe nicht nach Norden.“

Kein vernunftbegabter Mensch wird das sagen. Dennoch ist es in unserer heutigen Zeit üblich, gegen alles mögliche zu sein, beziehungsweise gegen etwas zu demonstrieren.

Demonstration stammt aus dem lateinischen und setzt sich aus de- und monstrare zusammen, was ‚zeigen, anraten, lehren, hinweisen, bestimmen‘ bedeutet.

Wenn wir gegen etwas sind, sprechen wir von einer Kontra-Position. Juristen nutzen das sehr gerne, um Gesetze auszulegen und ihren Mandanten die gesetzliche Schlinge vom Hals zu nehmen. Doch eine Kontra-Position ist immer nur dann eindeutig und klar, wenn es insgesamt nur zwei Positionen gibt. Doch am Beispiel der Himmelsrichtungen sehen wir, dass dies meist nicht der Fall ist und sich alleine aus der Kontra-Position keine Position ergibt.

Deswegen zählt nur die Pro-Position.

Warum wir das Wort ’nicht‘ nicht nutzen sollten

Unser Unterbewusstsein kennt keine Verneinungen. Worte wie „nicht“ oder „keine“ sind abstrakte Negationen, die wir nur mit dem Verstand erfassen können.

Kühe geben Milch, im Winter fällt Schnee und kein Blatt Papier ist nicht weiß.

Obwohl ich hier die Negation „nicht“ verwendet habe, erscheint den meisten Menschen ein weißes Blatt Papier vor dem geistigen Auge.

Was ist da geschehen?

Unser Unterbewusstsein kennt nur Bilder und Bilder sind eine positive Formulierung, keine Abstraktion. Sie sind greifbar, sie wirken sofort, ohne dass wir es verhindern können. Da unser Unterbewusstsein nur in Bildern funktioniert, kennt es keine Worte.
Verneinungen und Negationen gehen deswegen direkt am Türsteher unseres Gehirns vorbei und die gewünschten Bilder werden im Unterbewusstsein abgerufen.

Was also passiert in unserem Unterbewusstsein, wenn wir nicht von Krieg sprechen, nicht von Gewalt, nicht von Korruption? Unser Unterbewusstsein erzeugt genau diese Bilder und wir erwirken somit genau das Gegenteil von dem, was wir erzeugen wollen.

Wir müssen uns daher auf ein positiv formuliertes Ziel fokussieren und nicht auf die negative Abstraktion. Zumindest dann, wenn wir wirklich etwas zum Besseren erreichen wollen und nicht nur einer Gruppe unsere soziale Zugehörigkeit demonstrieren möchten.

Einfach alles einmal umkehren

Kaum ein Mensch würde auf die Idee kommen, jemanden zu fragen:

„Gegen was bist du im Leben?“

Vielmehr macht es Sinn zu fragen, für was jemand im Leben steht. Damit kennen wir seine Werte und seine Position und die Kontraposition leitet sich daraus sowieso von selbst ab.

Doch eine eigene Position zu beziehen, erfordert eben einen reflektierten Geist und gesundes Selbstbewusstsein. Denn eine eigene Position bedeutet Selbstbestimmtheit. Eine Kontra-Position ist vielmehr nur die Abneigung der Position eines oder mehrere anderer. Es ist die „Position“ der Schwachen.

Es erfordert Rückgrat, eine eigene Position zu vertreten. Notfalls mit dem Leben dafür zu bezahlen. Denn wer eine Position bezieht, der wird sichtbar. Der wird wahrgenommen. Er nimmt einen Platz im Leben ein. Er steht im Leben wie eine Mauer, gegen die andere prallen, die sich ihm entgegen stellen.

Ein Mensch mit Kontra-Position wird heute hier und morgen dort sein, weil es immer etwas gibt, gegen das er sich aufbäumen kann. Er ist eher in der Reaktion, wohingegen der Positionierte in der Aktion ist.

Ein Mensch, der für eine Sache einsteht, der wird für diese kämpfen. Ist er der festen Überzeugung, wird er auch nach Jahren noch für seine Position einstehen. Wir können ihn einordnen und kennen seine Werte.

Wo sind die erfolgreichen Kampfsportler, erfolgreichen Krieger, erfolgreichen Unternehmer, erfolgreichen Revolutionäre, deren Mission eine Anti-Haltung war?

Die meisten Menschen der Geschichte wurden deswegen so erfolgreich, weil sie für eine Sache kämpften, für eine Sache einstanden oder für eine Sache starben.

Niemand wird sich an einen Menschen erinnern, der gegen etwas war. Denn davon gibt es zu viele. Diese Menschen sind austauschbar und beliebig. An ihrer Stelle wird irgendwann ein anderer treten. Sie sind der Strom der Masse, der sich nur nach den anderen richten. Und oftmals sind diese Menschen sie sogar gegen die, die für etwas sind.

Die Kraft der gelenkten Energie

Als wäre diese Anti-Position nicht schon schlimmstes Übel selbst, tritt hier noch eine zweite Gesetzmäßigkeit in Erscheinung.

Der Sache, der wir unsere Aufmerksamkeit schenken, spenden wir Energie.
Der Sache, der wir Energie spenden, geben wir Kraft.
Die Sache, der wir Kraft geben, wächst.

Das ist ein unverrückbares Naturgesetzt, das wir alle kennen. Wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf unsere Probleme richten, vergrößern wir sie damit. Richten wir die Aufmerksamkeit hingegen auf die Lösung der Probleme, verschwinden sie.

Das ist für die meisten Menschen so klar und einleuchtend, dass es eigentlich keiner extra Erwähnung bedarf.

Und doch sind sich viele Menschen in Ihrer Kontra-Position diesem Naturgesetzt gar nicht bewusst. Sie kämpfen stetig gegen etwas und bemerken gar nicht, dass sie damit der Sache nur umso mehr Energie schenken und ihr damit zum Wachstum verhelfen.

Nun entgegnen viele oft das Argument, dass man doch gegen Unrecht und Leid auf der Welt kämpfen muss, um es zu besiegen.
Hier ist genau der Denkfehler. Denn solange wir wieder gegen etwas kämpfen, erreichen wir gar nichts. Dass wir uns im Kampf für etwas, automatisch gegen die Schattenseite dessen stellen, ist klar. Auch ist es klar, dass wir Angriffe gegen uns, abwehren. Aber wir wehren Sie nur ab, weil wir für unsere Unversehrtheit kämpfen.

Das ist ein entscheidender Unterschied.

Fazit

Lasst uns mehr für etwas sein. Jeder für das, was ihn im Leben bewegt.

Für mehr Liebe,
für mehr Gerechtigkeit,
für mehr Rücksichtnahme,
für mehr Freiheit,
für eine bessere Entwicklung unserer Kinder,
für ein gesundes Schulsystem,
für ein neues Geldsystem,
für ein neues Rechtssystem,
für ein Miteinander,
für ein würdevolles Leben der Tiere,
für mehr Verständnis für Andersdenkende,
für mehr Vertrauen in das Leben,
für mehr Erkenntnis unseres Selbst,
für ein neues Reich.

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