10.10.2012 Hua Hin

Frage des Tages: Warum gehen Thailänder in Klamotten baden?
a) um sich vor der Sonne zu schützen, Sonnencreme ist hier sehr teuer
b) viele Thailänder kommen spontan zum Strand, deswegen sieht man auch viele Frauen in Sommerkleidern und Männer mit Hemden im Wasser
c) die nasse Kleidung kühlt den Körper länger

Heute morgen beschließen wir hoch motiviert uns auf den Weg zu unserer ersten Palastbesichtigung zu machen, steigen in einen der knallorangenen Busse und vertrauen darauf, dass der Busfahrer uns am Sommerpalast rauswirft. Wir zuckeln eine ganze Weile an Luxus-Hotelanlagen und schief zusammen gezimmerten Holzhütten vorbei, bis wir schließlich an einer stark befahrenen Straße rausgelassen werden. Die Autos, Busse und vor allem überladenen Motorroller rasen nur so an uns vorbei und es grenzt an ein Wunder, dass wir unverletzt auf der anderen Straßenseite ankommen. Die Hitze macht uns schon wieder zu schaffen und um keine unnötigen Schritte gehen zu müssen fragen wir einen Mann, der in einem Häuschen neben zwei Autoschranken sitzt.
The Palace is closed. Every wednesday.

Na toll. Also alles wieder zurück und erst nochmal unter die kalte Dusche. Die Lust auf Besichtigungen und Busfahrten in der Hitze ist uns für heute vergangen und so kaufen wir uns eine Mango und legen uns erst mal eine Weile an den weißen Sandstrand.
Morgen ist auch noch ein Tag, hoffentlich wird der Ruhetag nicht gerade dann auf Donnerstag umgelegt.(:

P.S. Tatsächlich ist es Antwort d) Nacktheit ist hier ein Tabu, vermutlich wird in Kleidung gebadet, damit ja nichts verrutscht oder zu viel nackte Haut gezeigt wird. Warum man dann aber ausgerechnet im kurzen Sommerkleidchen ins Wasser geht ist uns nicht so ganz klar geworden und haben uns deswegen zusätzlich zu Variante a – c noch mehrere mehr oder weniger realistische Theorien überlegt.
P.P.S. Sonnencreme ist aber im Vergleich zum Rest tatsächlich überteuert.

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9.10.2012 eine Minibusfahrt die ist lustig, eine Minibusfahrt die ist schön

Nach einem nächtlichen Ausflug zum WLAN des Hostels (war schön die Stimmen von zu Hause zu hören) quälen wir uns am nächsten morgen nur ungern aus unserem Bett. Dank der Aussicht der Hitze und dem Gedränge Bangkoks erst mal zu entkommen, fällt uns der Abschied von unserem Zimmer und dem 1-Sender-Fehrnseher allerdings nicht allzu schwer.
Erleichtert unsere Koffer nicht auf der Suche nach dem Hauptbahnhof durch die Straßen schleppen zu müssen, steigen wir in einen Mini-Bus, der uns direkt vom Hostel nach Hua Hin bringt. Die Klimaanlage funktioniert, wir haben Sitzplätze und können unser Gepäck im Auge behalten. Als wir dann noch zwei nette deutsche Mädels kennenlernen die mit uns fahren, sind wir begeistert. In 2 1/2 bis 4 Stunden ( jeder hat andere Auskünfte erhalten, was auch für den Preis gilt) werden wir unter Palmen am Strand sitzen und die Sonne genießen. Die nächste Unterkunft ist bereits gebucht, es kann also nichts mehr schiefgehen. Denkste.

Kaum 10 Minuten gefahren hält der Bus an und nach längerem hin und her müssen wir aussteigen. Der Busfahrer diskutiert mit mehreren anderen Thais – wir verstehen kein Wort. Schließlich werden wir mehr oder weniger darüber aufgeklärt, dass der Bus in eine andere Richtung fährt, weil es für dieses Ziel wohl mehr Fahrgäste gibt. Wir stehen also samt Koffern und Rucksäcken etwas ratlos am Straßenrand, bis wir schließlich auf zwei Taxis aufgeteilt werden, die uns zu einem großen Kaufhaus bringen. Dort wird uns gesagt, dass wir ein paar Minuten warten sollen. Ein Thai kommt auf uns zu, wedelt mit den Händen und läuft mit meinem Koffer los, uns bleibt also nichts übrig als ihm zu folgen. Wir warten weitere 10 Minuten bis ein anderer Minibus erscheint, der uns dann auch tatsächlich zu unserem Ziel bringt. Die Straße ist holperig oder hat Schlaglöcher – so genau können wir das nicht erkennen – und wir fliegen bei jedem Ruck ein Stück Richtung Decke. Als mein Handy klingelt, muss ich meinen Blick von den ominösen Fahrzeugen lösen die neben und vor uns über die Straße holpern. Schön deine Stimme in dem ganzen Chaos zu hören.

Als wir an einem Taxistand abgesetzt werden, sind wir heilfroh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, auch wenn uns die Hitze beim Aussteigen entgegenschlägt. Eine Straße weiter finden wir unser Hostel und für diesen Tag scheinen wir genug Überraschungen erlebt zu haben, denn hier gefällt es uns auf den ersten Blick.
Nach einem ersten Strandspaziergang und kurzem Besuch des Nachtmarkts ist der Tag auch schon fast wieder zu Ende.

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Jehan ist mittlerweile fast von meiner Backgammon-Leidenschaft angesteckt(:

8.10.2012 Zwischen Tuk-Tuk-Fahrern, (Regen-)Duschen und der Jagd nach Mr. H

Zwischenbericht vom Ort des Geschehens: Auf der einen Seite zwei nicht oder weniger mutige Reisende in Kampfmontur (Schlafanzug) auf der anderen Seite der hinterhältige Angreifer Mr. H. (Hugo). Im Moment steht es trauriger Weise nach einem missglückten Sturmangriff 1:0 für Mr H. Aber auch wenn er gerade mit der Taktik der Tarnung versucht unsere Entschlossenheit zu zermürben, wir bleiben stark.
Keine Sorge: WE (will) ARE THE CHAMPIONS

Vom Regen geweckt beginnt unser erster Tag im Land des Lächelns und trotz geringer Bettkapazität fühlen wir uns wach genug für unsere erste Mission: DIE DUSCHE dödödööööö…. (Showdownsound) Doch ganz nach dem Motto: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt meistern wir auch diese Herausforderung, wenn auch nicht den Wasserboiler.

Zum Frühstück gibt es zu unserer beider Enttäuschung (was allerdings angesichts der Low-Budget Unterkunft zu erwarten war) kein First class Buffet, sondern Toast, ein wenig Obst und bitteren Tee. Um uns für unsere erste Erkundungstour zu stärken reicht es aber vollkommen aus.

Als wir am Ende einer kleinen, unebenen Gasse in einer Sackgasse stehen, wollen wir schon umdrehen, doch als ein Mann entschlossen an uns vorbei auf die Hauswand zustapft, entdecken wir statt dem erhofften Durchgang zum Gleis 9 3/4 eine Treppe, die uns durch den 1. Stock eines Restaurants/Bar/Hostels zur Khao San Road führt.
Doch uns bleibt keine Zeit uns über den plötzlichen Wechsel auf die belebte Straße mit unzähligen Werbeschildern zu wundern, denn der erste Tuk-Tuk-Fahrer der uns sichtet ist sich sicher, dass es unser einziger Wunsch ist eine Stadtrundfahrt mit ihm zu machen. Wir aber sind anderer Meinung und der einzige Weg ihn davon zu überzeugen scheint stures Weitergehen zu sein. Nach dem Kauf einer „Super“ SIM-Card, die sich inzwischen nach Anrufen von 3 verschiedenen unbekannten Thai-Anrufern als etwas zweifelhaft herausstellt, kämpfen wir uns eine weitere Stunde an Essensständen (die hauptsächlich die Fahrbahn bevölkern), scheinbar unendlich vielen aufdringlichen Tuk-Tuk-Fahrern ( die die Straße ihrerseits als Parkplatz interpretieren) und vollgestopften Läden auf der erfolglosen Suche nach einer offiziellen Touristeninformation durch die feuchte Hitze Bangkoks.
Gerade noch rechtzeitig bevor sich die Himmelsschleusen öffnen, erreichen wir unser Hostel. Auf dem Weg zu unserem „Zimmer“ bekommen wir eine Auseinandersetzung über zweifelhaften Besuch auf dem Zimmer eines Gastes mit.

Morgen geht’s mit dem Mini Bus weiter nach Hua Hin, gute Nacht und viele Grüße Jehan & Julia

P.S. Endbericht der Jagd nach Mr H. : Wie nicht anders zu erwarten konnten die beiden Heldinnen trotz Rückstand mit einer einzigen fließenden Bewegung den Sieg davontragen.

P.P.S. In diesem Fall ist Hugo kein alkoholisches Getränk sondern eine hinterlistige Mücke. (:

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6. – 7.10.2012 Zürich – Dubai – Bangkok

Jetzt gehts tatsächlich los. Die letzten Abschiede und dann sind wir schon auf dem Weg zu unserem Gate. Unser erster gemeinsamer Flug von Zürich nach Bangkok beginnt, außer dass unsere Boardkarten vom Automaten nicht erkannt werden wollen richtig gut und das Essen ist überraschender Weise auch nicht schlecht . Der Flug geht schneller rum als ich es mir vorstellen konnte, auch wenn ich dank Platz am Gang und rempelnden Mitreisenden fast kein Auge zubekommen habe.

In Dubai angekommen werden wir erst mal vom Anblick des riesigen Flughafengebäudes überwältigt, der pompöse Eindruck wird anfangs noch im Innern durch den auf Hochglanz polierten Boden verstärkt, doch je näher wir unserem Gate kommen, deso mehr Leute sitzen und liegen auf dem Boden, da fast keine Stühle vorhanden sind. Wir gesellen uns nach der schlaflosen Nacht einfach dazu und warten bis unser Flug angezeigt wird. Auch der Flug von Dubai nach Bangkok geht ohne weitere Komplikationen ganz gut über die Bühne. Beim Landeanflug können wir gar nicht glauben wie groß Bangkok eigentlich ist, als immer mehr und mehr Lichter auftauchen.

Auf dem Weg vom Flughafen zu unserem Hostel im Zentrum von Bangkok begegnen uns mehrere Pickups mit nach hinten geöffneten Drahtkörben in denen kleine Kinder trotz des weit über Höchstgeschwindigkeit ( Glauben wir zumindest, dann die Tacho-Nadel unseres Taxis zeigt beharrlich auf 10 km/h) fahrenden Autos gefährlich nahe am Rand balancieren. Rote Ampel scheinen hier eher eine freiwillige Richtlinie zu sein, obwohl schön übersichtlich an jeder Ampel die rot- und grünphasen heruntergezählt werden. Als unser Taxifahrer uns schließlich nach einer gefühlten Ewigkeit durch das für uns unüberschaubare Chaos der sich kreuzenden und oben und unten verlaufenden Straßen zu unserem Hostel manövriert hat, wollen wir eigentlich nur noch in unsere Betten fallen. Beziehungsweise das Bett. Ich seh jetzt schon wie ich heute Nacht auf dem Boden landen werde(:

Unser Zimmer ist lieb gesagt etwas gewöhnungsbedürftig, aber immerhin funktioniert die Klimaanlage und uns wird nett darauf hingewiesen, dass wir wenn wir unseren Kühlschrank beschädigen eine Strafe von 7.300 Bath zählen müssen. Welcher Kühlschrank? Unser Zimmer besteht aus einem Bett, einem Waschbecken und einem Klo, dass irgendwie gleichzeitig die Dusche darstellt. Aber nach dem wir seid gestern um 19 Uhr unterwegs sind, werden wir wohl auch in unserem Mini-Bett erst mal in einen hoffentlich tiefen Schlaf fallen. Gute Nacht und Bis Bald

P.s. Man sollte Müchenspray nie in einem geschlossenen Raum versprühen, der die gefühlte Größe eines Kleiderschrankes nicht überschreitet. Merke: Jeje von Mückenspray fernhalten.

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Vorfreude, Ungeduld und ein bisschen Bammel

Heute sind es nur noch 2 Tage bis wir uns diesen Samstag zum Flughafen aufmachen. Die Koffer sind zwar noch nicht gepackt, aber alles liegt bereit und schaut mich jedes mal erwartungsvoll an, wenn ich daran vorbeilaufe. Aber wirklich packen will ich meinen Koffer gar nicht. Am liebsten würde ich mich einfach nach Bangkok beamen und die ganzen Abschiede überspringen. Ich bin hibbelig und will endlich los, endlich ins Flugzeug steigen, endlich da sein. Aber weggehen will ich eigentlich nicht.

"einmal drum rum" – ein Weltreiseblog